Netflix will noch mehr Werbung: Das soll sich beim Streaming-Dienst ändern

Netflix möchte sein Werbe-Geschäft weiter ausbauen und setzt dafür auf neue Konzepte. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich auf einige Änderungen gefasst machen.
Netflix will noch mehr Werbung: Das soll sich beim Streaming-Dienst ändern
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Netflix war der erste große Streaming-Dienst, der Werbung auf seiner Plattform einführte. War der Aufschrei darüber zunächst noch groß, haben sich inzwischen die meisten an das neue Geschäftsmodell und die damit einhergehenden Änderung der Abo-Struktur gewöhnt. So ist bisher nur in das günstigste Angebot Werbung integriert – wer keine Spots sehen möchte, zahlt drauf.

Dieses Konzept haben inzwischen zahlreiche andere Streaming-Dienste wie Disney+ und Prime Video übernommen. Und auch ein Blick auf die reinen Geschäftszahlen zeigt den Erfolg der Werbung für Netflix. So konnte das Unternehmen im Jahr 2025 seinen Werbeumsatz mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppeln, wie unter anderem „The Verge“ berichtet. Mehr als 90 Millionen der Abonnentinnen und Abonnenten haben dem Anbieter zufolge das günstige Werbe-Abo gebucht. Das möchte das Unternehmen ausbauen. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer könnte das eine größere Umstellung bedeuten.

Netflix App-Icon auf einem Smartphone-Display neben anderen Streaming-Diensten
iStock / Robert Way

Mehr und andere Werbung bei Netflix: Anbieter plant interaktives Konzept

Anlass für Spekulationen liefert dabei zum einen das von Netflix selbst formulierte ehrgeizige Ziel, die Werbeeinahmen 2026 auf 3 Milliarden US-Dollar steigen zu lassen und sie damit erneut zu verdoppeln. Das wird unter anderem mit neuen Werbeformaten gelingen, wie der Streaming-Dienst auch selbst bestätigt. So sollen im zweiten Quartal des Jahres, also irgendwann zwischen April und Sommer, interaktive Video-Ads starten. Zudem könnte sich die generelle Anzahl der Werbeeinblendungen erhöhen.

Für Nutzerinnen und Nutzer würde das bedeuten, dass man sich von der Werbung bei Netflix künftig nicht mehr einfach nur berieseln lässt und die Unterbrechungen beispielsweise für eine kurze Toilettenpause nutzt. Stattdessen könnte eine Reaktion nötig sein, um zum eigentlichen Stream zurückzukehren. Gleichzeitig sollen sich die Werbeinhalte mittels KI besser in das Seherlebnis einfügen, indem etwa die Kampagnen genauer auf die geschauten Filme und Serien abgestimmt werden.