Nach einem langen Flug wollen die meisten nichts lieber, als nach der Landung schnell den Flughafen zu verlassen, um das endgültige Ziel der Reise zu erreichen. Wer nur mit Handgepäck reist, kann das auch direkt umsetzen. Wenn man allerdings Gepäck in Form eines Koffers oder anderer Stücke aufgegeben hat, muss man zunächst zum Gepäckband laufen. Und dort kann es dann noch zu einer recht langen Wartezeit kommen, wenn man Pech hat.
Selbst wenn sich das Band in Bewegung setzt, heißt das nicht, dass der eigene Koffer bei den ersten Gepäckstücken ist, die dann erscheinen. Doch wer glaubt, dass die Reihenfolge der Dinge auf dem Band komplett zufällig ist, der irrt sich. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes System, das man auch zu seinem Vorteil nutzen kann.

Gepäckabläufe am Flughafen folgen einem System
Das berichtet etwa Cord Schellenberg, der Luftfahrtexperte und ehemalige Vize-Präsident des Luftfahrt-Presse-Club e.V, im Reise-Portal „Travelbook“. Dem Experten zufolge nehmen die Airlines nämlich eine Priorisierung der Gepäckstücke vor. So werden die Koffer von First-Class-Passagierinnen und -Passagieren nach vorne gezogen, gefolgt von Business und Economy Class. Darüber hinaus beeinflussen auch eventuelle Zollanweisungen die Reihenfolge.
Letztlich kommt es vor allem darauf an, wo im Flieger der eigene Koffer landet. Darauf haben Fluggäste allerdings nur bedingt Einfluss, zumal an großen Flughäfen oft Förderanlagen das Gepäck sortieren. Gerade zu Stoßzeiten wie etwa am frühen Morgen oder am Nachmittag erhöht sich der Zufallsfaktor. Diese Zeiten sollte man für seine Ankunft also besser meiden. Und es gibt noch einige weitere Tricks, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die eigenen Gepäckstücke zuerst auf dem Band erscheinen, sodass man Zeit spart.

So bekommt man seinen Koffer nach dem Flug wirklich schneller zurück
Ein vermeintlich offensichtlicher Weg besteht in den sogenannten Priority-Baggage-Anhängern. Diese bekommt man von Airlines, wenn man einen Priority Pass bucht. Wie der Name schon sagt, wird man dann mit Priorität abgefertigt. Im Netz wird teilweise empfohlen, einen solchen Anhänger aufzuheben, wenn man erst einmal einen hat. Allerdings sollte man beachten, dass die alten Strichcodes auch zu Ärger führen und die modernen Scanner verwirren können. Schellenberg empfiehlt deshalb in diesem Zusammenhang eher, unter Umständen auch einfach höflich beim Personal zu fragen und etwa darauf zu verweisen, dass man eine Anschlussverbindung erwischen müsse oder anderweitig unter Zeitdruck stehe.
Alternativ kann man seinen Koffer auch anderweitig kennzeichnen, damit er vom Personal entsprechend behandelt wird. Eine dieser Alternativen besteht in einem „Fragile“-Aufkleber, der kennzeichnet, wenn etwas Zerbrechliches transportiert wird. Dann wird das Gepäck besonders vorsichtig behandelt, zuoberst in den Laderaum gelegt und dementsprechend auch mit als erstes wieder ausgeladen. In diesem Zusammenhang kann es auch helfen, erst spät einzuchecken, weil man dann ebenfalls die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der eigene Koffer mit als letztes verladen wird. Dieser Trick ist allerdings eher bei kleineren Flugzeugen zu empfehlen. Bei Langstrecken- oder Großraumflugzeugen wird das Gepäck allerdings in Containern verladen, was den Zeitpunkt am Gepäckband zufälliger macht.
Eine Garantie dafür, dass die Gepäckstücke so als Erstes auf dem Band landen, ist keine der genannten Methoden. Mit einem (aktuellen) Priority-Anhänger oder einem Fragile-Aufkleber erhöht man aber zumindest seine Chancen. Man sollte sich bei seiner Zeitplanung aber nicht darauf verlassen. Und die besten Chancen hat man immer noch in der First oder in der Business Class, wenn man entsprechend tiefer in die Tasche greifen kann und möchte.

