Kann man einen Fahrstuhlabsturz wirklich überleben, indem man hochspringt?

Der Aufzug bleibt hängen, das Kabel reißt – und der Fahrstuhl stürzt ab. Ein beliebter Rat für diesen Fall lautet, kurz vor dem Aufprall hochzuspringen. Aber stimmt das auch?
Kann man einen Fahrstuhlabsturz wirklich überleben, indem man hochspringt?
iStock / tiero

Es gibt diese Szenarien, die die allermeisten schon einmal im Kopf durchgespielt haben: ein Flugzeugunglück, ein Banküberfall – oder auch ein Fahrstuhlabsturz. Spätestens wenn man einmal in einem Aufzug stecken bleibt, schleichen sich entsprechende Gedanken ein. Dazu gibt es übrigens aktuelle Auswertungen, die zeigen, dass ein Aufzug, abhängig von Bauart und Baujahr, etwa bei jeder 300.000. Fahrt stecken bleibt, wie eine Auswertung von Hundt Consult zeigt.

Eine Statistik dazu, wie oft es zu einem Fahrstuhlabsturz kommt, existiert hingegen nicht, weil das so überaus selten passiert. Dennoch machen sich offenbar ausreichend Menschen über dieses Szenario Gedanken, denn es gibt sogar empfohlene Notfallstrategien, die man zuhauf im Internet findet. Die wohl gängigste davon empfiehlt, kurz vor dem Aufprall nach oben zu springen. Aber stimmt das auch?

Physik macht Springen quasi unmöglich

Die Idee hinter der Strategie ist simpel. Statt mit dem Aufzug am Boden zu zerschellen, federt man den Aufprall ab, indem man im entscheidenden Moment einen Hüpfer macht. Was nach logischer Physik klingt, ist allerdings ein reiner Mythos beziehungsweise schlicht und ergreifend nicht möglich. Das liegt an der Fallgeschwindigkeit, die in einem solchen Fall erreicht werden würde.

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Man müsste nämlich theoretisch mit der gleichen Geschwindigkeit abspringen, in der der Fahrstuhl nach unten fällt, was je nach Absturzhöhe immer mehr wird, aber schnell an die 100 Stundenkilometer oder mehr reicht, wie in einer entsprechenden Folge von „Mythbusters“ erklärt wird. Ein Mensch kann sich hingegen nur mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 Stundenkilometern nach oben abdrücken.

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Dazu kommt, dass sich das Springen selbst aufgrund der kurzzeitigen Schwerelosigkeit, die durch den Fall entsteht, als schwierig gestalten wird – ganz abgesehen davon, dass man den Zeitpunkt des Aufpralls perfekt erwischen müsste, während die meisten Aufzüge nicht einmal die Möglichkeit bieten, nach draußen zu schauen.

Fahrstuhlabsturz: Jemand drückt den Knopf eines Aufzugs
Shutterstock / maxbelchenko

So hat man die höchsten Überlebenschancen bei einem Fahrstuhlabsturz

In der Theorie mag die Idee des Hochspringens also logisch scheinen, in der Praxis ist sie aus diversen Gründen nicht umsetzbar. Stattdessen sollte man im Falle eines Fahrstuhlabsturzes eher das genaue Gegenteil tun. Expertinnen und Experten empfehlen, sich stattdessen flach auf den Rücken zu legen, wenn dafür genügend Zeit bleibt.

Auf diese Weise kann man die Wucht des Aufpralls verteilen. Am besten winkelt man die Arme dabei so an, dass sie Hals und Kopf schützen. Je flacher Körper und Wirbelsäule am Boden sind, desto höher ist die Überlebenschance.

Allerdings muss man an dieser Stelle unbedingt noch einmal betonen, dass dieses Ereignis überaus selten eintritt. Aufzüge müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Tatsächlich gehören die Konstruktionen technisch gesehen zu den sichersten Verkehrsmitteln der Welt.