Von „lecker“ bis „räudig“: Mormonen-Getränk löst Hype aus

Ein Trend-Getränk aus den USA wird aktuell im Netz teilweise heftig diskutiert. Die als „Dirty Soda“ bekannte Limonaden-Mischung ist vor allem in mormonischen Gemeinden der USA beliebt, kommt aber zunehmend auch im Rest der Welt an.
Von „lecker“ bis „räudig“: Mormonen-Getränk löst Hype aus
Shutterstock / Shutterstock AI

Über Geschmack kann man bekanntlich streiten. Das zeigt auch eine aktuelle Debatte um ein Trend-Getränk aus den USA, das „Dirty Soda“ genannt wird. Dabei mischt man vorrangig Cola mit Sahne – eine Kombination, die bei vielen sehr gut ankommt, bei genauso vielen allerdings eher Ekel auslöst.

Woher stammt der Name „Dirty Soda“?

Zur Erklärung: Unter Soda versteht man in den USA generell ein Erfrischungsgetränk, das Kohlensäure enthält. In vielen anderen Ländern, darunter auch Deutschland, wird der Begriff vor allem in Kombination mit Wasser verwendet und meint schlicht Sprudel.

Übersetzt bedeutet Dirty Soda also in etwa „schmutzige Limonade“. Das hat in diesem Fall sogar eine doppelte Bedeutung, die sich zum einen auf die Farbe der als Basis verwendeten Cola bezieht. Zum anderen wird genau diese Cola dann durch Sahne „verunreinigt“ beziehungsweise auch optisch durch das Milchprodukt undurchsichtig gemacht.

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Ganz neu ist der Trend übrigens nicht. Bereits 2024 sorgte Dirty Soda in den sozialen Medien für einige Aufmerksamkeit. Das lag vor allem an der beliebten TV-Show „The Secret Lives of Mormon Wives. In solchen mormonisch geprägten Gemeinschaften hat das Hype-Getränk auch seinen Ursprung.

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Ein Trend-Getränk mit interessanter Geschichte

Innerhalb konservativ-mormonischer Gemeinschaften ist es nämlich explizit untersagt, Alkohol, Kaffee und Tee zu sich zu nehmen. Nachdem lange zeit davon ausgegangen wurde, dass das auch koffeeinhaltige Getränke mit einschließt, stellte die Kirche 2012 jedoch klar, dass das Verbot beispielsweise nicht für Softdrinks mit Koffeein gilt.

Statt Kaffee trinkt man dort deshalb unter anderem verdünnte Cola; das gilt als gute Alternative. Das machte sich die Limonadenkette Swig aus Utah zunutze und etablierte die Dirty Soda – mit Erfolg. Die Kreation ist in den USA inzwischen enorm bekannt und beliebt und auch in Europa kann man es immer häufiger finden.

Das liegt nicht nur an der bereits erwähnten TV-Show, sondern auch an der Optik. Denn ähnlich wie andere Trend-Getränke mit Milchprodukten wie Matcha Latte oder der aktuell gehypte Ube-Kaffee kann Dirty Soda eines ganz sicher: auf Fotos gut aussehen. Aber schmeckt das Getränk auch?

Debatte um Hype-Getränk reißt nicht ab

Genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Während einige den Trend als moderne Interpretation eines klassischen Floats beschreiben – also Limonade mit einer Kugel Eis –, bei der Sahne die mitunter recht scharfe Kohlensäure abmildert, kommt für andere Dirty Soda quasi einem kulinarischen Sündenfall gleich.

Schaut man in die Kommentarspalten auf Plattformen wie TikTok, dann verleihen einige ihrer Meinung sehr stark Ausdruck. So finden sich zahlreiche begeisterte Reaktionen von Personen, die das Getränk bereits probiert haben und es sehr mochten oder in naher Zukunft noch vorhaben, dem Ganzen eine Chance zu geben. Andere wiederum zeigen sich von ihren Erfahrungen enttäuscht oder lehnen den Hype grundsätzlich ab. An einigen Stellen kann man auch Kommentare wie „widerlich“ oder „absolut räudig“ finden.

Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist dabei, dass viele das Endergebnis zwar optisch ansprechend, aber viel zu süß finden. Das liegt daran, dass neben Cola und Sahne in der Regel noch Sirup beigemischt wird. Wie bei vergleichbaren Getränken muss man sich dessen bewusst sein, um nicht unbewusst viel zu viel Zucker zu sich zu nehmen.

Dirty Soda in einem durchsichtigen Plastikbecher, da vor einer Strand-Kulisse mit Meerblick steht
iStock / VioNettaStock

Rezept: So macht man eine Dirty Soda

Dieser Sirup bestimmt den Geschmack und auch die Farbe – denn auf Social Media trendet das Getränk in verschiedensten optischen Variationen. Besonders beliebt ist dabei Kokosnuss und Vanille. Aber auch fruchtige Varianten wie Himbeere schmecken vielen. Das gängige Rezept für eine Dirty Soda sieht folgendermaßen aus:

  • 1 Dose eisgekühle Cola / Cola light
  • 1 EL Sirup (verschiedene Geschmacksrichtungen möglich)
  • 1 EL Limettensaft (möglichst frisch gepresst)
  • 2 EL Sahne
  • Eiswürfel / Crushed Ice
  • optional Deko wie bunte Streusel

Die Zubereitung einer Dirty Soda kann in vier einfachen Schritten erfolgen:

  • Zunächst das Eis ins Glas geben.
  • Anschließend die Aromen – Sirup und Limettensaft – auf das Eis geben.
  • Dann die Cola langsam und vorsichtig ins Glas füllen.
  • Abschließend die Sahne in das Getränk geben.

Ob man am Schluss direkt umrührt oder nicht, ist zum einen Geschmackssache. Zum anderen wird beim Servieren gerne, wie beispielsweise auch bei einem Latte Macchiato, noch nicht umgerührt, damit die verschiedenen Schichten farblich erhalten bleiben.