Er soll „globale Schäden“ verursacht haben: Deutscher Hacker in Bangkok verhaftet

Cyberangriff auf Bestellung: Mit diesem Geschäftsmodell hat ein deutscher Hacker in Bangkok viel Geld verdient. Jetzt konnte er nach einer längeren Flucht verhaftet werden.
Er soll „globale Schäden“ verursacht haben: Deutscher Hacker in Bangkok verhaftet
iStock / eclipse_images

Thailändischen Medien zufolge wurde ein gesuchter deutscher Hacker in der Landeshauptstadt Bangkok festgenommen. Den Berichten zufolge wurde der 27-jährige Deutsche, auf den insgesamt 74 Haftbefehle ausgestellt waren, am Freitag von der Polizei festgesetzt. Die Verhaftung bekam einige Aufmerksamkeit in der Presse – wohl vor allem auch deshalb, weil der Hacker ein an einen Thriller erinnerndes Geschäft aufgebaut hatte.

Cybercrime als Dienstleistung: DDoS-Attacken können großen Schaden anrichten

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, waren vor allem europäische Behörden aufgrund von schweren Cyberverbrechen hinter dem Hacker her. Dabei werden ihm zahlreiche Vergehen zwischen den Jahren 2021 und 2025 vorgeworfen, wie unter anderem die „Bangkok Post“ berichtet. Der Deutsche soll seine Dienste als Hacker im Internet angeboten und dabei etwa Ransomware als Mittel der Erpressung zur Verfügung gestellt haben.

So wird der 27-Jährige beschuldigt, die Cyberkriminalitätsplattformen Fluxstress und Netdowner entwickelt und anschließend auch betrieben zu haben. Kundinnen und Kunden konnten über diese Plattformen gezielt sogenannte DDoS-Angriffe durchführen lassen; das steht für Distributed Denial of Service. Damit können über eine gezielte Überlastung ganze Server, Dienste und Netzwerke sowie die umliegende digitale Infrastruktur gestört werden.

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Oft werden solche DDoS-Angriffe an Lösegeldforderungen geknüpft. Erst wenn die Opfer zahlen, wird die absichtlich herbeigeführte Überlastung wieder aufgelöst. Das war wohl auch im Fall des verhafteten deutschen Hackers so. Die Lösegeldzahlungen erfolgten dann in Krypto- und anderen digitalen Währungen.

Luftaufnahme von Bangkok (Thailand) bei Nacht, wo ein deutscher Hacker verhaftet wurde
IMAGO / Zoonar

Hacker wartet in Thailand auf Auslieferung nach Deutschland

In weiteren Medienberichten ist davon die Rede, dass seine Arbeit „globale Schäden“ verursacht habe. Bei der Razzia im Stadtteil Watthana konnten neben der Verhaftung selbst auch zahlreiche Beweismittel sichergestellt werden. Zudem berichteten die Beamtinnen und Beamten vor Ort, dass der junge Deutsche offenbar sehr gut von seinen Hacking-Diensten leben konnte. So ist die Rede davon, dass er in einem sogenannten Luxus-Kondominium lebte, also einer exklusiven, hochwertigen Wohnanlage mit zahlreichen Service-Leistungen.

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Die Verhaftung setzt der offensichtlich über mehrere Landesgrenzen andauernden Flucht des 27-jährigen Hackers ein Ende. So soll sich der Deutsche Polizeiangaben zufolge unter anderem in Dubai, China und letztlich dann in Thailand aufgehalten haben. Dem Verhafteten wurde nun das Visum entzogen. Eine Auslieferung nach Deutschland ist der „Bangkok Post“ zufolge geplant.