Dark Patterns: Wie Nutzer online manipuliert werden

Abo-Fallen, versteckte Gebühren, In-App-Käufe – das sind nur einige Beispiele für die Folgen von manipulativen Online-Elementen namens Dark Patterns. Dahinter steckt ein ausgeklügeltes psychologisches Konzept, gegen das man sich allerdings bewusst wehren kann.
Dark Patterns: Wie Nutzer online manipuliert werden
iStock / agrobacter

Das Internet bietet zahlreiche Möglichkeiten, allerdings kommen auch zahlreiche Risiken für Nutzerinnen und Nutzer hinzu. Im Rahmen von sogenannten Dark Patterns – auf Deutsch: dunkle Muster – werden sich grundlegende menschliche Verhaltensweisen zunutze gemacht, um Personen in ihrem Online-Verhalten in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Das mag harmlos klingen, kann aber ernste Folgen wie versteckte Kosten, komplizierte Kündigungen und am Ende verlorene Zeit und Frust mit sich bringen. Deshalb sollte man sich dieser manipulativen „Muster“ unbedingt bewusst sein, wenn man online unterwegs ist. Einige sind recht offensichtlich, für andere muss man auf der Hut sein.

Dark Patterns spielen mit menschlichen Urinstinkten

Das Perfide an Dark Patterns ist, dass sie teilweise sehr subtil mit der menschlichen Psychologie und technischen Design-Elementen spielen. Positionen von Buttons, erschwerte Preisvergleiche, nicht gekennzeichnete Werbung, künstliche Verknappung – all das gehört dazu.

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Das Ziel ist in der Regel simpel: Entweder geht es um persönliche Daten von Nutzerinnen und Nutzern oder um Abonnements beziehungsweise anderweitige Verträge. Auch die Verbraucherzentrale warnt eindringlich vor entsprechenden Vorgehensweisen, da diese stets zum vornehmlichen Vorteil der Anbieter angewendet würden.

Dark Patterns: Lichtstreifen auf dem Gesicht einer Frau
iStock / recep-bg

So können Dark Patterns im Netz aussehen

Beispiele für solche manipulativen Online-Muster gibt es viele. Eines der bekanntesten bezieht sich auf die Cookie-Einstellungen, die beim erstmaligen Aufrufen jeder Website zu sehen sind. Oft ist der Button, mit dem alle Cookies akzeptiert werden, deutlich auffälliger gestaltet als der für die individuellen Einstellungen.

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Viele Anbieter verstecken zudem den Link zur Kündigungsseite gut auf ihren Websites, um Nutzerinnen und Nutzern etwa das Beenden eines Abos zu erschweren. In einigen Online-Shops gibt es zudem vorausgewählte Zusatzprodukte, die direkt mit im Warenkorb landen. Oft handelt es sich dabei um ergänzende Angebote wie eine Versicherung.

Viele dürften zudem Angebote in Online-Shops kennen, neben denen durch aufmerksamkeitsheischende Banner gewarnt wird, dass nur noch wenige Produkte vorhanden sind oder ein reduzierter Preis nur noch für einen sehr begrenzten Zeitraum gilt. Dabei handelt es sich oft ebenfalls um Dark Patterns, um durch falsche Angaben eine Verknappung vorzutäuschen.

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So sollte man sich vor der Online-Manipulation schützen

Viele dieser Vorgehensweisen sind eigentlich gar nicht erlaubt, weil sie gegen den Digital Services Act (DSA) der EU, der verbindlich seit 2024 gilt, verstoßen. Das Gesetz verbietet den Betreibern von Websites den Einsatz von Dark Patterns, um Verbraucherinnen und Verbraucher zu täuschen, zu manipulieren oder in ihrer freien Entscheidung zu behindern.

Und auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) regelt einige Dinge wie die erwähnten Cookie-Banner. Verstöße kann man entsprechend melden – wenn man sie erkennt. Die Verbraucherzentrale empfiehlt in diesem Kontext grundsätzlich:

  • Nicht zu schnell und leichtfertig auf Buttons klicken.
  • Kaufentscheidungen online mit Bedacht treffen und sich nicht von ablaufenden Aktionen unter Druck setzen lassen.
  • Genau auf Formulierungen achten.
  • Warenkorb vor dem Kauf immer noch einmal final überprüfen.
  • Sich kein schlechtes Gewissen einreden lassen, wenn man etwas nicht kauft oder einen Vertrag nicht abschließt.

Grundsätzlich sollte einem immer bewusst sein, was das Interesse des Website-Anbieters ist. „Unternehmen wollen verkaufen und einen dazu bringen, so viel wie möglich zu konsumieren“, erklärt Parsya Baschiri von der Verbraucherzentrale Bremen. Umfragen zeigen immerhin, dass vielen Nutzerinnen und Nutzern der Einsatz von Dark Patterns bewusst ist.