„Aus. Vorbei. Das war's“ – Netz diskutiert über „pietätlose“ Abo-Kündigung nach Todesfall

Die Antwort eines Pay-TV- und Streaming-Anbieters auf ein Kündigungsschreiben aufgrund eines Todesfalls sorgt aktuell für Diskussionen. Während einige den Fall eher unterhaltsam finden, werfen andere dem Anbieter einen „pietätlosen Ton“ vor.
„Aus. Vorbei. Das war's“ – Netz diskutiert über „pietätlose“ Abo-Kündigung nach Todesfall
iStock / ridvan_celik

Der französische Medienkonzern Canal+ bietet einen Mix aus Pay-TV und Streaming in den Bereichen Entertainment und Sport. In Deutschland tritt das Unternehmen bislang vor allem im B2B-Bereich (Business to Business) auf, in Frankreich und zunehmend auch in Österreich ist der Dienst aber weit verbreitet, vor allem, weil in diesen Ländern dort unter anderem die Champions League läuft.

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Aktuell sorgen aber nicht die Sportübertragungsrechte für Aufsehen, sondern eine Kündigung. Ein offenbar in Österreich ansässiger Nutzer wollte nun, zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters im Jahr 2024, endlich dessen Abo bei Canal+ kündigen. Die Antwort fand er „interessant“ und postete sie deshalb in den sozialen Medien.

Kündigungsantwort nach Todesfall stört Hinterbliebenen

Zu sehen ist ein Screenshot, der offenbar die Kündigungsbestätigung von Canal+ zeigt, die mit dem Betreff „The End“ bei dem Nutzer eingegangen ist. Dieser schreibt dazu: „Ich habe vergangene Woche das Canal+ Abo meines 2024 verstorbenen Vaters gekündigt – mit Angabe von Kündigungsgrund und Übermittlung der Sterbeurkunde. Interessante Antwort ...“

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In der Antwort bestätigt Canal+ die Kündigung. Die E-Mail enthält aber auch einen Button, um das Abo wieder zu aktivieren, falls es sich der Nutzer doch anders überlegt habe. Dazu kommt der Text: „Aus. Vorbei. Du hast gekündigt. Das wars's mit deinem CANAL+ Abo.“ Und weiter: „Am 01.09.2026 ist es Geschichte. Ende Gelände. Und während der Abspann läuft, denkst du dir vielleicht ... Wie geht's weiter? War's das wirklich? Soll ich nicht vielleicht doch noch?“

Die Nachricht ist höchstwahrscheinlich automatisiert erstellt und nicht auf eine Kündigung aufgrund eines Todesfalls ausgerichtet. Die meisten Kommentatoren unter dem Beitrag finden trotzdem, dass Anbieter in solchen Fällen anders agieren sollten.

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Screenshot einer Kündigungsbestätigung von Canal+
via Facebook (privat)

Reaktionen auf Antwort von Canal+ fallen gespalten aus

Mehrere Kommentare bezeichnen die Antwort als „geschmacklos“, unangebracht und „pietätlos“. Eine Nutzerin berichtet von ähnlichen Erlebnissen, wobei sie in einem Fall auch offenbar eine personalisierte und mitfühlende Antwort bekommen habe, nachdem sie die Abos eines verstorbenen Angehörigen kündigen musste.

Mehrere Personen gehen außerdem davon aus, dass die Antwort von einer KI formuliert wurde. Es gibt aber auch amüsierte Reaktionen. So schreibt jemand: „Ehrlich gesagt, musste ich schmunzeln“.

Abo eines Verstorbenen richtig kündigen

Im Falle einer Abo-Kündigung wie in diesem Fall von Canal+ ist eine Kündigungsbestätigung gesetzlich übrigens gar nicht nötig. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich ist eine Kündigung rechtlich gültig, wenn sie beim Vertragspartner eingegangen ist – es sei denn, im ursprünglichen Vertrag wurde explizit etwas anderes festgelegt. Für die Person, die das Abo kündigt, stellt sie allerdings im Zweifelsfall einen wichtigen Nachweis dar.

Um einen Vertrag zu kündigen, muss man sich entweder an die festgelegten Kündigungsfristen halten oder einen außerordentlichen Grund geltend machen. Dieser greift beispielsweise bei einer Preiserhöhung oder einer anderen Veränderung des Produkts. Die Verträge von Verstorbenen zu kündigen, stellt einen eigenen Sonderfall dar.

Die meisten Verträge und Abos kann man unter Vorlage der Sterbeurkunde kündigen, zumal sich die meisten Anbieter in solchen Fällen ohnehin kulant zeigen, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Bei Bankkonten benötigt man entweder eine vor dem Tod ausgestellte Vollmacht oder einen offiziellen Erbennachweis.