Als Person am Steuer eines Autos hat man große Verantwortung. Das gilt sowohl im trubeligen Stadtverkehr als auch auf einer leeren Landstraße. Allerdings kennen wohl alle Autofahrerinnen und -fahrer das Gefühl, wenn einem am Steuer aus Stress oder Müdigkeit kurz die Konzentration entgleitet.
Die Folgen können verheerend sein. Doch während den meisten bewusst ist, dass die Person, die Kontrolle über das Kraftfahrzeug hat, aufmerksam und konzentriert bleiben muss, ist vielen nicht bewusst, dass das auch für die Person auf dem Beifahrersitz gilt. Dahinter steckt ein psychologisches Prinzip.
Jeder vierte Autofahrer ist schon mal kurz am Steuer eingenickt
Wie etwa der ADAC berichtet, gehören Müdigkeit und sogenannter Sekundenschlaf zu den am meisten unterschätzten Unfallgefahren. Je nach Ausprägung ist nämlich bei Müdigkeit die Fahrtüchtigkeit in einem ähnlichen Ausmaß beeinträchtigt wie durch Alkohol.
Und wer nur etwa zwei Sekunden am Steuer die Augen schließt, verpasst bei einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h gleich mehr als 50 Meter. Im Ernstfall können aber diese 50 Meter und auch eine schnelle Reaktionszeit entscheidend sein.
Autofahrerinnen und -fahrern wird deshalb besonders bei längeren Fahrten empfohlen, regelmäßig eine Pause einzulegen. Wer stundenlang unterwegs ist, kann eine Ablenkung vom Beifahrersitz gut brauchen. Allerdings sind die Mitfahrenden nur dann eine echte Hilfe, wenn sie auch wach sind.

Beifahrer sind wichtig für die Konzentration
Wie gefährlich Müdigkeit ist, zeigen die Zahlen: Dem Statistischen Bundesamt zufolge gab es deshalb im Jahr 2023 1.902 Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Deutschland, die insgesamt 42 Todesopfer forderten. Wie in diesen Fällen die Situation auf dem Beifahrersitz aussah, wird in den Zahlen nicht erfasst. Allerdings ist wissenschaftlich belegt, dass Schläfrigkeit nahezu „ansteckend“ ist.
Dabei geht es nicht nur ums Gähnen, das vom Gehirn oft gespiegelt wird. Wenn eine Person in der näheren Umgebung schläft, führt das bei einem selbst zu Schläfrigkeit. Das liegt an verschiedenen Faktoren. So übertragen sich Bewegungslosigkeit und eine ruhige Atmung auf andere Menschen, die sich entspannen und selbst müde werden. Umgekehrt wirkt auch eine wache und konzentrierte Atmosphäre entsprechend aufmerksamkeitsschärfend.
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Idealerweise bleiben alle Personen im Auto wach und aufmerksam
Beifahrerinnen und Beifahrern kommt also ebenfalls eine wichtige Verantwortung beim Autofahren zu, die über das Navigieren und gegebenenfalls das Entertainment der Person am Steuer hinausgeht. Sie müssen genauso wach bleiben, damit Autolenkerinnen und -lenker konzentriert bleiben können.
Regelmäßige Pausen sind also für alle Personen im Auto wichtig. Dabei gilt es stets, den eigenen Körper genau im Blick zu behalten. Besonders bei langen Autofahrten lohnt sich auch eine Planung entsprechend der inneren Uhr. Jemand, der mittags prinzipiell ein Leistungstief hat, sollte das bei der Reiseplanung berücksichtigen.
Moderne Autos verfügen zudem über unterstützende Assistenzsysteme. Diese analysieren das Fahrverhalten und erinnern beim Erkennen von Müdigkeit – etwa anhand der Lenkbewegungen – nicht nur an Pausen. Sie warnen auch per akustischem Signal.

