Der Begriff „Antipoden“ leitet sich aus dem Griechischen ab, wo es in etwa „Gegenfüßer“ bedeutet. Im übertragenen Sinne ist damit jedoch die Erdgegenseite gemeint, also zwei Punkte auf der Erde, die jeweils genau auf der gegenüberliegenden Seite des Erdballs liegen. Im übertragenen Sinne kann man den Begriff aber beispielsweise auch für Menschen benutzen, die genau gegensätzliche Positionen vertreten.
Während die meisten wohl eine ungefähre Vorstellung davon haben, was sich „auf der anderen Seite“ der Erde befindet, wissen es die wenigsten ganz genau. Eine kostenlose Karte verrät die Details. Wo würde man also herauskommen, wenn man theoretisch einfach ein Loch vor seiner Haustür und einmal quer durch den Planeten graben würde?
Die Antipoden der meisten besiedelten Orte liegen im Ozean
Entgegen einigen anderen Theorien ist wohl bereits seit der Antike bekannt, dass die Erde eine runde Form hat und nicht flach ist. Vor fast 2.300 Jahren gelang es dem griechischen Gelehrten Eratosthenes sogar erstmals, den Umfang unseres Planeten recht genau zu berechnen. Lange ging man dennoch davon aus, dass „auf der anderen Seite“ der Erde keine Menschen leben, bis die Entdeckung des amerikanischen Kontinents das Gegenteil bewies.
Denn die runde – beziehungsweise leicht elliptische – Form des Erdballs bedeutet auch, dass jeder Ort auf der Erde ein Gegenüber hat. Hier kommen dann die Antipoden ins Spiel, wobei der Begriff sowohl Orte als auch die dort lebenden Menschen umfasst. Oft liegt dieser Punkt zwar im offenen Meer, bei gerade einmal 4,4 Prozent der Erdoberfläche liegen sich Landmassen tatsächlich „gegenüber“.
Passend zum Thema: Früher gab es nur den Pangaea-Kontinent! Weltkarte zeigt, welche Länder Nachbarn waren
Interaktive Karte zeigt „gegenüberliegende“ Orte
Wer die Antipoden der verschiedenen Orte herausfinden möchte, kann dazu die „Antipodesmap“ nutzen. Dafür muss man auf der kostenlosen Website lediglich auf der linken Seite den Ausgangspunkt angeben. Rechts wird dann berechnet, welcher Punkt diesem genau gegenüberliegt.
Vor allem zwischen Ostasien und Südamerika gibt es einige Antipoden, die jeweils auf Land treffen. Gleiches gilt für den Norden Kanadas und Grönland sowie die Antarktis. Europa hingegen liegt, wenn man einen geraden Strich durch den Erdball zieht, hauptsächlich gegenüber dem Pazifischen Ozean. Einige Teile, vor allem im Südwesten des Kontinents, haben aber Überschneidungspunkte mit Neuseeland.
Diese Orte sind Antipoden
Daraus ergeben sich einige Antipoden-Städte, die sich quasi direkt gegenüberliegen.
- Auckland (Neuseeland) und Sevilla / Malaga (Spanien)
- Shanghai (China) und Buenos Aires (Argentinien)
- Manila (Philippinen) und Cuiaba (Brasilien)
- Doha (Katar) und die Pitcairninseln (Überseegebiet des Vereinigten Königreichs)
Im Sprachgebrauch werden vor allem Neuseeland und Australien auch manchmal als Antipode Europas bezeichnet – woraus sich im Übrigen auch der englische Begriff „Down Under“ ableiten lässt. In der Realität würde ein Projekt, bei dem man sich quer durch die Erde gräbt, natürlich am flüssigen Erdkern, unvorstellbarem Druck und Temperaturen von über 5.000 Grad Celsius scheitern.

