Zurzeit ist der Social-Media-Trend „Analog Bag“ in aller Munde. Dieser soll eine Gegenbewegung zur Digitalität bilden, die das zentrale Element des aktuellen Zeitalters ist. Smartphones, Apps, Social Media – für viele ist das alles fester Bestandteil ihres Alltags. Allerdings gibt es auch immer wieder Gegenbewegungen und das gerade von jüngeren Generationen, denen ja eigentlich immer nachgesagt wird, dass sie besonders affin für digitale Inhalte seien. Das kann Studien zufolge aber auch zu einer kognitiven Überlastung bis hin zum digitalen Burnout führen.
Dabei lösen die ständige Erreichbarkeit und Reizüberflutung eine negative Spirale aus und haben schließlich entsprechende Auswirkungen auf Körper und Psyche. Um dieser Spirale und dem allgemeinen Druck durch Social Media zu entgehen, gewinnt das bewusste Ausführen analoger Tätigkeiten für einige wieder an Bedeutung. In diesem Kontext ist auch der „Analog Bag“-Trend zu verstehen, der zunehmend auf beliebten Plattformen wie Instagram und TikTok zu finden ist.
Dabei zeigen vornehmlich junge Frauen unter dem Hashtag „Analog Bag“, der am besten mit „analoger Tasche“ zu übersetzen ist, was sie „in ihrer Tasche haben“. In der Regel geht es dabei um Offline-Hobbies wie Lesen, Stricken, Fotografieren (gerne mit einer alten, analogen Kamera), Malen oder Rätsellösen. Der Gedanke dahinter, auf den der Trend aufmerksam machen soll: Statt stundenlang auf Social Media unterwegs zu sein, sollte man lieber greifbaren analogen Hobbies nachgehen. Das ist allerdings auch der Hauptkritikpunkt an dem Trend.

Viele feiern den „Analog Bag“-Trend, es gibt aber auch Gegenstimmen
So lautet eine wiederkehrende Kritik, dass es heuchlerisch sei, gerade auf Social Media solche Trends zu feiern, bei denen es immerhin darum geht, genauso solchen Plattformen im eigenen Leben weniger Raum zu geben. Zudem wird immer wieder der Vorwurf laut, dass viele sich dem „Analog Bag“-Trend nicht anschließen würden, um tatsächlich ein weniger digitales Leben zu führen, sondern weil es eben ein Trend wie jeder andere sei.
Daran anschließend gibt es besonders harte Kritik an der direkten Monetarisierung des Trends. So kann man zunehmend entsprechende Beutel oder Taschen kaufen, die von Digital Natives im Netz gefeiert werden. Generationen, die noch eine Kindheit ohne Smartphone hatten, reagieren teilweise irritiert auf den Hype um „Analog Bags“ und werfen die Frage auf, was diese von einer ganz normalen Tasche unterscheiden soll.
