Im Januar 2025 war Kerstin gemeinsam mit ihrem Freund zu einer Wanderung aufgebrochen. Die beiden wollten den Gipfel des Großglockners erklimmen. Doch sie erreichten ihr Ziel nie. Stattdessen erfror die 33-Jährige weniger Meter vor dem Gipfelkreuz.
Ihrem Begleiter wurden daraufhin schwere Vorwürfe gemacht. Kürzlich wurde der Mann vom Landesgericht Innsbruck schuldig gesprochen. Es wurde eine fünfmonatige Bewährungsstrafe sowie eine Geldstrafe verhängt. Doch sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. Die Staatsanwaltschaft warf ihm grob fahrlässige Tötung vor. Denn der Mann hatte Kerstin am Großglockner im Schnee zurückgelassen, um Hilfe zu holen. Der Fall sorgte weltweit für Schlagzeilen und in den sozialen Medien diskutieren tausende User über das Schicksal der jungen Bergsteigerin.

Vom Partner zurückgelassen: User diskutieren nach Großglockner-Prozess über "Alpine Divorce"
Die Nutzer berichten, dass auch sie schon bei einer Wanderung von dem Partner oder der Partnerin zurückgelassen wurden. Deshalb befindet sich der Ausdruck „Alpine Divorce“ in den Trends auf Plattformen wie TikTok. Die Bezeichnung hat ihren Ursprung in einer Kurzgeschichte des Autors Robert Barr aus dem Jahr 1893. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht ein Mann, der plant, seine Frau bei einer Wanderung in den Schweizer Alpen zu töten. Die User nutzen diese Geschichte deshalb als Metapher für ihre eigenen Erfahrungen.
Alle Details: Kerstin erfror im Schnee - Freund ließ sie „schutzlos“ auf dem Großglockner zurück
„Wie viele Männer haben weniger erfahrene Partnerinnen im Stich gelassen, weil sie zu langsam waren, sich gestritten haben oder, wie vermutlich im Fall Österreichs, weil sie sich übernommen hatten?“, fragt eine Userin auf der Plattform Reddit im Zusammenhang mit der „Alpine Divorce“-Debatte. Sie berichtet, dass sie selbst schon von ihrem Partner zurückgelassen wurde und dass es sich um eine „beängstigende“ Situation gehandelt habe.
@everafteriya #venting ♬ levitation - Aaron Hibell & Felsmann + Tiley
Millionen Aufrufe: Userin teilt ihr Erlebnis auf TikTok
Auch die Userin @everafteriya teilte auf TikTok, dass sie bei einer Wanderung zurückgelassen wurde und den Weg schließlich allein finden musste. Der kurze Clip zeigt die Betroffene irgendwo im Nirgendwo während sie weinend zu ihren Followern spricht. „Das solltest du unbedingt der Polizei melden“, heißt es in den Kommentaren. Die Community reagiert sichtlich schockiert und viele Nutzer waren sich nicht darüber bewusst, dass es das „Alpine Divorce“-Phänomen überhaupt gibt. "Letztlich kommt es auf die genauen Umstände an", kommentierte Michael Schott, Präsident des Verbands deutscher Berg- und Skiführer den Fall Kerstin. Es sei häufig "von vornherein klar, dass einer aus der Gruppe am meisten Erfahrung hat". Betroffene möchten nach dem Fall rund um Kerstin aus Österreich nun aktiv darauf aufmerksam machen, um andere zu schützen.
