An den meisten Einzelhandelskassen findet man Gutscheine von diversen Anbietern wie Apple, Amazon oder Nintendo. Stark vertreten ist allerdings auch die Spieleplattform Steam von Valve. In der Regel kann man dann Geschenkkarten in verschiedener Werthöhe kaufen.
Die Karten enthalten Codes, mit denen man dann das Guthaben auf der Plattform freischalten kann – eine beliebte Geschenkoption, die es allerdings nicht mehr lange geben wird. Wie Valve jetzt bekannt gegeben hat, möchte der Anbieter die physischen Gutscheine nämlich komplett aus dem stationären Handel verschwinden lassen. Der Grund sind anhaltende Betrugsfälle.
Betrug mit Gutscheinkarten nimmt zu
Offenbar werden Steam-Gutscheinkarten immer wieder für Betrug und Erpressung genutzt. Im Rahmen einer gängigen Masche geben sich Kriminelle beispielsweise als Behördenmitglieder aus und setzen ihre Opfer – oft ältere Menschen – unter Druck. Diese werden dann genötigt, Geschenkkarten für die Spieleplattform zu kaufen und die Codes anschließend weiterzugeben.
Deshalb hat Valve „schweren Herzens beschlossen, das Steam-Geschenkkartenprogramm im Einzelhandel einzustellen“, wie es in einem offiziellen Beitrag heißt. Digital sollen weiterhin Gutscheine angeboten werden. Es ist also durchaus realistisch, dass die Maßnahme die Betrugsfälle nicht völlig eindämmen wird, sondern dass die Betrügerinnen und Betrüger ihr Vorgehen einfach an den digitalen Raum anpassen.
Dennoch könnte die Maßnahme in einigen Fällen helfen, zumal dann auch die Option wegfällt, dass Kriminelle die Gutscheinkarten direkt im Laden manipulieren. Eine bewährte Betrugsmasche besteht etwa darin, Strichcodes zu überkleben, sodass aufgeladenes Guthaben direkt bei den Kriminellen landet und nicht bei den Käuferinnen und Käufern. Auch Angebote mit gefälschten Gutscheinen bei Drittanbietern sind ein Problem.

Valve baut digitales Gutscheinangebot für Steam aus
Steam wird künftig keine physischen Gutscheine mehr an Händler liefern und geht davon aus, dass bis Ende 2026 alle Restbestände aufgebraucht sein werden. Auch für reguläre Kundinnen und Kunden fällt damit eine einfache Möglichkeit weg, an Steam-Guthaben zu kommen. Im gleichen Zuge hat Valve angekündigt, sein digitales Gutschein-Angebot auszubauen.
So soll es unter anderem einen Gast-Checkout geben, damit auch Personen ohne Steam-Konto online Guthaben erwerben können. Allerdings muss die schenkende Person dafür eine E-Mail-Adresse angeben und auch das Steam-Konto der Empfängerinnen und Empfänger. Stand jetzt funktioniert das zudem nur in Echtzeit; ein terminiertes Versenden ist nicht möglich.
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Alte Steam-Karten behalten ihre Gültigkeit
Die alten Karten haben dafür kein Verfallsdatum. Wer also noch eine Geschenkkarte besitzt, kann ihren Code einfach zu einem späteren Zeitpunkt einlösen und auch dann noch, wenn die Karten gar nicht mehr im Verkauf sind.
Steam ist nicht der erste Anbieter, der diesen Schritt geht, um Betrugsfälle einzudämmen. Die Entscheidung des Unternehmens stößt deshalb online auch in weiten Teilen auf Verständnis. So schreibt etwa ein Facebook-Nutzer: „Betrug ist leider ein großes Problem.“ Viele drücken vor allem auch ihr Bedauern über den Schritt aus.
Dabei geht es nicht nur um Nostalgie. Ein Nutzer schildert etwa auch, dass für ihn die Karten die einzige akzeptable Lösung sind, um Spiele auf Steam zu bezahlen, da er sich kein PayPal-Konto oder Ähnliches zulegen möchte. Ein Großteil findet es auch schlicht und ergreifend schade, dass aufgrund von Betrugsmaschen nun viele auf die einfache und niedrigschwellige Bezahl- und Geschenklösung verzichten müssen.

