Nintendo profitiert von den Zoll-Rückzahlungen der US-amerikanischen Regierung, und das in teilweise großem Stil. Einige Spielerinnen und Spieler finden das ungerecht und ziehen nun wiederum gegen Nintendo vor Gericht. Der Hintergrund: Aufgrund der gestiegenen Zölle hatte das Unternehmen die Preise angehoben und die Kosten teilweise auf die Spielerschaft umgelegt.
In diesem Sinne könnte das Unternehmen nun doppelt profitieren: Zum einen durch die ja auch weiterhin hohen Preise für die eigenen Produkte, zum anderen durch die Rückzahlungen der US-amerikanischen Regierung. Dagegen haben nun zwei Spieler in den USA Klage eingereicht. Das Urteil könnte eine wegweisende Wirkung für Nutzerinnen und Nutzer haben. Was sind die genauen Hintergründe?
Trumps Strafzölle haben ein Nachspiel für die USA
Mit Verweis auf das Notstandsgesetz IEEPA hatte der US-amerikanische Präsident Donald Trump diverse Strafzölle verhängt. Diese wurden allerdings zum Großteil im Februar 2026 vom eigenen Supreme Court als illegal eingestuft. Seit einigen Tagen laufen nun die teils enormen Rückzahlungen an Unternehmen, die dem Urteil zufolge zu Unrecht höhere Zölle gezahlt haben. Dazu gehört auch der japanische Gaming-Riese Nintendo.
Nach dem Supreme-Court-Urteil hatte das Unternehmen selbst Klage eingereicht und entsprechende Gelder von der US-Regierung zurückgefordert. Insgesamt geht es um eine Summe von schätzungsweise 166 Milliarden US-Dollar. Das Penn-Wharton Budget Model kommt sogar auf eine Summe von 175 Milliarden US-Dollar. Allerdings gelten diese Zahlen übergreifend für alle betroffenen Unternehmen, die in die USA importieren. Um wie viel Geld es genau für Nintendo geht, ist noch nicht bekannt. Diese Zahlen sind in der Geschichte der USA in jedem Fall beispiellos.

Nutzer könnten weltweit von einem Urteil profitieren
Im Jahr 2025 erhöhte Nintendo dann allerdings als Reaktion auf die US-Zölle seine Preise in den USA für diverse Produkte rund um seine Erfolgskonsole, die Nintendo Switch. Dass diese in direktem Zusammenhang mit den angehobenen Zöllen gestanden haben, wurde nicht nur von Expertinnen und Experten vermutet. Auch Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa hatte das öffentlich bestätigt: „Wir betrachten sie als Teil der Kosten und beziehen sie in den Preis ein.“
Wie „Game File“ nun berichtet, gehen zwei Nintendo-Spieler aus den USA genau dagegen vor. Das Magazin erwähnt dabei zwei Personen, eine aus Kalifornien und eine aus Washington, die Klage im Namen aller von der Preiserhöhung betroffenen Nutzerinnen und Nutzer eingereicht haben. Im Falle eines Erfolgs würde also zunächst die Nutzerschaft in den USA profitieren.
Allerdings könnten die Folgen viel weitreichender sein. Denn sollte die Klage gegen Nintendo von Erfolg gekrönt sein, könnte sich dieselbe Frage wie bei Nintendo auch bei anderen Unternehmen stellen. Das würde dann alle Firmen betreffen, die nun von den USA Rückzahlungen erhalten, nachdem sie ihre Preise aufgrund der Zollkosten angehoben hatten.

