Einige Xbox-Spielerinnen und -Spieler berichten aktuell über Nachrichten von Konsolen-Hersteller Microsoft. Offenbar kontaktiert der Konzern jene Nutzerinnen und Nutzer, deren Konsolen schon länger nicht zum Einsatz gekommen sind. Mit dieser ungewöhnlichen Methode möchte das Unternehmen offenbar Lieferengpässen entgegenwirken. Dahinter stecken gleich mehrere Marktmechaniken und Probleme.
Speicherkrise treibt auch bei Xbox die Preise in die Höhe
Der Konsolenmarkt ist bereits seit einiger Zeit stark belastet. Das liegt in erster Linie an der anhaltenden Speicherkrise, ausgelöst durch den KI-Boom und die enormen Rechenkapazitäten, die dafür nötig sind. Dadurch hat sich eine immer weiter drehende Preisspirale gebildet. Die Komponenten werden teurer, also werden auch die Konsolen teurer.
Darüber hinaus stehen weniger Konsolen zur Verfügung, was zu zusätzlicher Verteuerung und zu Frust bei Kundinnen und Kunden führt. Speziell bei Microsoft kommt außerdem eine grundsätzlich angepasste Strategie angesichts sinkender Absatzzahlen dazu. Vor allem in den USA scheint das Unternehmen deshalb gezielt Nutzerinnen und Nutzer zu kontaktieren, um sie zu bitten, ihre nicht genutzte Xbox wieder dem Markt zur Verfügung zu stellen, wie unter anderem der X-Nutzer „Nintendeal“ berichtet.
Dafür sollen Besitzerinnen und Besitzer ihre Xbox-Konsole bei der Handelskette Best Buy abgeben; dann erhalten sie eine Geschenkkarte im Wert von bis zu 375 US-Dollar (umgerechnet circa 330 Euro). Das könnte allerdings eher ein Minusgeschäft für Nutzerinnen und Nutzer sein.
don't think I've ever seen anything like this before...XBOX sent me an email encouraging me to sell my console because I haven't used it in awhile"Haven't played on your console in a while? If you've moved on to XBOX on PC or another way to play XBOX games, it may be time to trade in your console to Best Buy for up to $375 back."
— Nintendeal (@Nintendeal) October 19, 2026Anzeige
Microsoft kämpft mit schwierigem Hardwaremarkt
Im Sommer hatte Microsoft angekündigt, seine Xbox-Preise zu erhöhen und gleichzeitig ein Programm für günstigere, bereits genutzte Konsolen aufstellen zu wollen. Die aktuelle Aktion könnte ein Teil dieser Strategie sein.
Darüber hinaus sind zinsfreie Finanzierungen und gestaffelte Bezahlmodelle im Gespräch. Offizielle Informationen liegen dazu aber noch nicht vor. Entsprechend ist auch nicht bekannt, wie hoch die Gutscheinsumme im Fall einer abgegebenen Konsole im Detail ausfällt.
Vergleichen lohnt sich
Vergleicht man aber die 375 Dollar beziehungsweise 330 Euro, dann ist der Preis im Vergleich mit anderen Anbietern durchaus konkurrenzfähig. Allerdings muss man auch festhalten, dass auf Gebrauchtplattformen wie Kleinanzeigen – je nach Zustand der Konsole – teilweise deutlich höhere Preise ausgerufen werden. Für eine Xbox Series X ohne sichtbare Mängel und mit Controller werden dort Preise ab 500 Euro ausgerufen.
Die Abgabe bei einem seriösen Händler wie Best Buy hat auf der anderen Seite natürlich den Vorteil, dass man kaum Risiko trägt und der gesamte Prozess schnell abgewickelt ist. Bislang scheint sich die Microsoft-Aktion auf die USA und Kanada zu beschränken. Ob auch in Deutschland bereits Xbox-Nutzerinnen und -Nutzer kontaktiert wurde oder ob das in Planung ist, ist nicht bekannt.

