13 Jahre ist es inzwischen her, dass Rockstar Games mit „Grand Theft Auto V“ einen der größten Hits in der Geschichte der Videospiele gelandet hat. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf „GTA 6“, das nach zweifacher Verschiebung nun endlich am 19. November 2026 erscheinen soll. Seit Ende Juni kann man den AAA-Titel zudem vorbestellen.
Dass die Vorbestellungen gut laufen, war bereits bekannt. Schon wenige Tage nach dem Start vermeldeten zahlreiche Medien rekordverdächtige Zahlen. Wie gut diese tatsächlich sind, unterstrich nun Strauss Zelnick, Chef von Mutterkonzern Take Two. In einem auf der eigenen Website veröffentlichten Gespräch mit Analystinnen und Analysten sagte er unter anderem: „So etwas hat noch niemand zuvor gesehen – weder bei Take-Two noch in der Branche.“ Doch was bedeutet das konkret?
Strauss Zelnick möchte trotz guter Prognosen keine „Siegesrunden“ drehen
Genaue Zahlen zum aktuellen Stand der „GTA 6“-Vorbestellungen gibt es tatsächlich nicht. Und auch auf Nachfrage sagte Zelnick bloß, dass es „beispiellos und erstaunlich“ sei. Grund für die Zurückhaltung scheint erstaunlicherweise der große Erfolg zu sein. Da offenbar in nie dagewesenem Maße vorbestellt wurde, lässt sich nicht genau ableiten, wie viele tatsächliche Verkäufe am Ende daraus resultieren werden.
Ein vorbestelltes Spiel ist nämlich noch kein verkauftes Spiel, vor allem nicht im Zusammenhang mit Geschäftszahlen eines Publishers beziehungsweise Entwicklerstudios. Auch wenn bei der Vorbestellung rein rechtlich ein Kaufvertrag zustande kommt, kann dieser beispielsweise noch widerrufen werden, indem das Produkt storniert wird.
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„Grand Theft Auto VI“ könnte Rekorde brechen
Zudem lässt sich aus den Werten kein genereller Umsatz ableiten, da die Zahlen zwar einen Hinweis auf das endgültige Potenzial eines Spiels liefern, aber letztlich niemand weiß, wie viele Bestellungen nach den Vorbestellungen noch folgen werden. Dennoch kann man trotz dieser Vorsicht einige Rückschlüsse ziehen. Wie etwa das Marktforschungsunternehmen Newzoo Mitte Juli berechnete, könnte „GTA 6“ allein in der ersten Verkaufswoche im November bis zu 51 Millionen Einheiten absetzen könnte.
Das entspräche dann einem Umsatz von bis zu 4,5 Milliarden Dollar (umgerechnet circa 3,9 Milliarden Euro). Schon der Vorgänger „Grand Theft Auto V“ legte einen sehr guten Start hin, brauchte allerdings insgesamt drei Tage, um eine Milliarde US-Dollar (etwa 872 Millionen Euro) umzusetzen.
Take Two verteidigt Preis von „GTA 6“
Seit Beginn der Vorbestellungen steht zudem fest, wie viel „Grand Theft Auto VI“ kosten wird. Während die Standard-Version preislich bei 79,99 Euro liegt, müssen Spielerinnen und Spieler für die Ultimate Edition 99,99 Euro bezahlen. Das sind mit Blick auf die generellen Entwicklungen der Branche zwar hohe, aber dennoch erwartbare Preise.
Auch Zelnick geht auf die Preispolitik ein und verteidigt sie. Inflationsbereinigt sei „GTA 6“ sogar günstiger als der Vorgänger. Zum Vergleich: Die Standard-Version von „GTA 5“ kostete zum Start am 17. September 2013 69,99 Euro (UVP). Unter Berücksichtigung der Inflationsdaten würde das Spiel nach heutigen Maßstäben gut 93 Euro kosten.
Dazu kommt, dass die Entwicklungspreise in der Videospielbranche, vor allem im Blockbuster- beziehungsweise AAA-Segment, enorm angezogen haben. Branchen-Expertinnen und -Experten gehen davon aus, dass die Entwicklungskosten für „GTA 6“ inzwischen bis zu 2 Millionen Dollar betragen. Das Spiel muss dabei nicht nur diese Kosten wieder einspielen, sondern auch die Finanzierung zukünftiger Projekte sichern.

