„Crimson Desert“: Heute erscheint das vielleicht größte Gaming-Highlight des Jahres

Nach jahrelangem Hin und Her startet heute mit „Crimson Desert“ eines der vielversprechendsten Spiele des Jahres. Allerdings spaltete der Titel schon vorab die Meinungen. Kann das Spiel den Erwartungen gerecht werden?
„Crimson Desert“: Heute erscheint das vielleicht größte Gaming-Highlight des Jahres
Pearl Abyss

Als „Crimson Desert“ 2019 angekündigt wurde, ging ein Aufschrei durch die Gaming-Welt, weil vieles an dem Spiel wahnsinnig vielversprechend klang. Seitdem wurde der Start allerdings nicht nur mehrfach verschoben, auch das Konzept hat sich verändert. Vom storygetriebenen MMORPG in der Spielwelt von „Black Desert“ bis hin zu dem, was es heute ist. Denn inzwischen ist „Crimson Desert“ ein Action-Adventure in einer Open World mit einigen Rollenspiel-Elementen, auch wenn die Entwickler selbst offenbar explizit nicht den Begriff RPG nutzen möchten.

  • Start: 19. März 2026 (23 Uhr), Preload seit dem 17. März
  • Plattformen: gleichzeitig für PC (Steam, Epic, Games Store und Xbox), PlayStation 5 und Xbox Series X/S
  • Größe: 150 GB (PC)
Crimson Desert
Pearl Abyss

Darum geht es in der Story von „Crimson Desert“

Im Zentrum der Handlung, die auf dem Kontinent Pywel angesiedelt ist, steht der kampferprobte Kliff, ein Mitglied der sogenannten Graumähnen (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Fraktion in „Skyrim“, wobei bei genauerem Hinsehen durchaus einige Gemeinsamkeiten bestehen). Bei den Graumähnen in „Crimson Desert“ handelt es sich um eine Söldnergruppe im Dienste des Königs. Allerdings kommt es direkt zu Beginn des Spiels zu einem Überfall durch verfeindete Söldner, in deren Folge Kliff getötet und in den Fluss geworfen wird.

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Durch eine geheimnisvolle Macht wird er jedoch zurückgeholt, nur um festzustellen, dass seine Gruppe zerschlagen wurde und viele seiner Kameraden tot sind. Nun geht es darum, die versprengten Überreste der Graumähnen in einer von politischen Intrigen und kriegerischen Auseinandersetzungen gebeutelten Spielwelt wiederzufinden und Rache zu nehmen. Dazu kommt allerdings noch eine übernatürliche Bedrohung durch den mysteriösen Abyss, eine andere Dimension, deren Fragmente zunehmend auf Pywel stürzen.

Crimson Desert
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„Crimson Desert“ bietet eine große Spielwelt mit vielen Mechaniken

Die Spielwelt soll größer als die von Open-World-Hits wie „Skyrim“ (2011) und „Red Dead Redemption 2“ (2018) und dabei von einer vielfältigen Landschaft geprägt sein. Neben der wasserreichen Gebrisregion Hernand gibt es auch die eisige Heimat der Graumähnen Pailune im Norden, die dichten Wälder von Delesyia und ein großes Wüstengebiet, das titelstiftend für das ganze Spiel ist. Darüber hinaus gibt es allerdings auch zahlreiche Siedlungen und größere Städte.

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Innerhalb dieser Welt können Spielerinnen und Spieler reiten, fliegen, jagen, kochen, erkunden, ihre Ausrüstung aufwerten und sogar Housing betreiben. Alles klassische und beliebte Elemente von Open-World-Spielen. Zudem sind überall in der Welt von „Crimson Desert“ Rätsel und Minigames versteckt und natürlich gibt es neben der etwa 50 Stunden umfassenden Hauptquest auch zahlreiche Nebenquests zu finden.

Es gibt mit Kliff einen Hauptcharakter, später kommen noch zwei weitere spielbare Charaktere hinzu. Es gibt kein Klassen-System, sondern vielmehr hat jeder Charakter einen eigenen Kampfstil und persönliche Fertigkeiten („Clair Obscur“, „Dragon Quest“ und Co. lassen grüßen; damit steht „Crimson Desert“ in guter Tradition zu vielen bekannten ostasiatischen Spielen). Zudem gibt es auch kein Level-System im klassischen Sinne. Dafür ermöglichen die verzweigten Talentbäume eine rollenspielähnliche individuelle Spielerfahrung.

Crimson Desert
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Die ersten Kritiken fallen vielleicht nicht gut genug aus

Beim Entwicklerstudio Pearl Abyss dürften aufgrund des Starts gerade die Nerven blank liegen. Immerhin hat man mindestens sieben Jahre an dem Spiel gearbeitet, auf dem nun große Hoffnungen ruhen. Und das in einer Zeit, in der es AAA-Spiele ohnehin zunehmend schwer haben und der Druck besteht, dass sie ihre enormen Produktionskosten wieder reinholen müssen. Da dürfte es dem Studio gar nicht passen, dass die ersten Kritiken zu „Crimson Desert“ etwas durchwachsen ausfallen.

Zwar ist die Presse in ihrer Bewertung durchaus positiv. Allerdings dürfte man sich bei Pearl Abyss etwas mehr erhofft haben. Zumindest bei den Investoren scheint das der Fall gewesen zu sein: Die Aktie des Studios ist direkt um etwa 30 Prozent gefallen. Dabei ist etwa ein Metascore von 78 (für die PC-Version) beileibe keine Katastrophe. Und es gibt durchaus Portale wie „Vice“ oder „Gamers Heroes“, die sogar die volle Punktzahl vergeben.

Namhafte deutsche Medien wie „GameStar“ und „Game Pro“werden wohl bei mittleren 80er-Wertungen landen, wenn man sich die aktuelle Tendenz anschaut. Es gibt aber eben auch einige, deren Wertung nur bei um die 50 liegt – die Meinungen zu „Crimson Desert“ gehen also teilweise deutlich auseinander.

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Scheitert „Crimson Desert“ an seinen eigenen Erwartungen?

Nun muss man abwarten, wie das Spiel bei der Zielgruppe ankommt, die letzten Endes zählt: den Spielerinnen und Spielern. Denn unabhängig von Bewertungen kommt es unterm Strich vor allem auf die Verkaufszahlen an. Schaut man sich die bisherigen Kritiken zu „Crimson Desert“ an, dann kann man dort viel Positives finden. So wird dem Spiel vielfach eine „fantastische, prall gefüllte offene Welt“ bescheinigt, in der es viel zu tun gibt. Die Optik wird dabei mehrfach hervorgehoben, genauso wie der Detailreichtum.

Kritik gibt es allerdings an der „narrativen Tiefe“ des Spiels. „Eurogamer“ schreibt dazu etwa: „Doch was nützt das alles ohne Charakter, Tiefe und Charme?“ Dazu muss man betonen, dass die Erwartungen im Vorfeld enorm waren und sind. Das liegt auch an den zahlreichen Verschiebungen des Titels und den Versprechungen, die Pearl Abyss in diesem Zuge getätigt hat. Allerdings könnte das Spiel schlicht ein paar Jahre zu spät kommen.

Denn wenn man auf die Kernelemente von „Crimson Desert“ schaut – eine vollgestopfte Open World mit Fantasy-Setting und enorm vielen Aufgabentypen für Spielerinnen und Spieler –, dann scheint das Spiel fast aus einer anderen Zeit zu stammen. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gezeigt, dass diese Formel kein Erfolgsgarant ist. Die kommenden Wochen dürften zeigen, was das genau für „Crimson Desert“ bedeutet.