Kein neues „Mass Effect“: Traditionsstudio Bioware wird geschlossen

Nach der Übernahme von EA durch den saudischen Staatsfonds und Jared Kushners Investmentfirma baut das Unternehmen zahlreiche Stellen ab. Nun ist klar, dass außerdem das bekannte Studio Bioware schließen wird. Laufende Projekte werden eingestellt.
Kein neues „Mass Effect“: Traditionsstudio Bioware wird geschlossen
EA

Das kanadische Entwicklerstudio Bioware ist für einige legendäre Spiele bekannt. „Baldur's Gate“, „Neverwinter Nights“, „Star Wars: Knights of the Old Republic“, „Mass Effect“, „Dragon Age“ – all diese Videospiele kommen von Bioware, das seit 2007 zu Electronic Arts (EA) gehört.

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Und EA gehört wiederum seit dem 4. August einem Konsortium aus dem saudischen Staatsfonds PIF, der Investmentfirma Silver Lake und der Firma Affinity Partners, hinter der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner steht. Mit der Übernahme geht eine Umstrukturierung einher, der nun auch Bioware zum Opfer fällt.

Bioware hat das Rollenspiel-Genre maßgeblich geprägt

Die Schließung gab das legendäre Rollenspielstudio selbst bekannt, nachdem zahlreiche Gerüchte im Netz kursierten. Damit endet die 31-jährige Geschichte eines vor allem früher großen Namens der Branche. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass Bioware in der jüngeren Vergangenheit wenige Erfolge vorweisen konnte.

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Nachdem „Mass Effect: Andromeda“ (2017) oder auch „Dragon Age: The Veilguard“ (2024) hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, hatte EA bereits die Kapazitäten reduziert. Zahlreiche Entwicklerinnen und Entwickler wurden bereits zu anderen EA-Studios versetzt. Dem Medium „Bloomberg“ zufolge arbeiteten bei Bioware selbst nicht einmal mehr 100 Beschäftigte, die meisten davon an einem neuen „Mass Effect“.

Arbeiten an neuem „Mass Effect“ werden ebenfalls eingestellt

Mit der Schließung des Studios ist somit klar, dass es auch keinen neuen Teil der beliebten Reihe geben wird. Das 2020 angekündigte Projekt befand sich noch in einer frühen Entwicklungsphase.2025 hatte es sogar noch geheißen, dass ein erfahrenes Team an „Mass Effect“ arbeite, das bereits an der ursprünglichen Trilogie gearbeitet hatte.

Theoretisch wäre es denkbar, dass irgendwann ein anderes Studio die Arbeiten an „Mass Effect“ fortsetzt. Offiziell ist dazu allerdings nichts bekannt. Stattdessen hat EA angekündigt, sich zunächst auf andere Projekte zu konzentrieren. Dabei scheint eine neue Strategie zu gelten: Weniger Spiele, dafür größer und aufwändiger.

So befinden sich aktuell unter anderem neue Titel der bekannten Reihen „Battlefield“, „Apex Legends“ und „Star Wars: Jedi“ in der Pipeline. Grundsätzlich soll vor allem in den Bereich EA Sports künftig noch mehr Geld gesteckt werden.

EA plant weitere Schritte

Das scheint mit Blick auf die bisherige Strategie auch sinnvoll. EA gehört zu den großen Namen auf dem Gaming-Markt, die unter anderem dafür bekannt sind, zahlreiche kleinere Studios und Marken zu übernehmen. Viele der von EA übernommenen Anbieter wurden inzwischen eingestellt, darunter etwa Westwood Studios und Origin Systems.

Von den aktuellen Umwälzungen bei EA ist aber nicht „nur“ Bioware betroffen. Wie „Bloomberg“ berichtet, plant das Unternehmen nach der Übernahme, weltweit etwa drei Prozent seiner Stellen zu streichen. Das wären insgesamt etwa 400 Jobs.