In Deutschland steht die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Bei der Fuggerei in Augsburg handelt es sich um ein ganz besonderes Projekt. 88 Cent Miete pro Jahr zu zahlen, hört sich völlig abwegig an. Doch für die Menschen, die dort leben, ist genau das die Realität.
Jakob Fugger stiftete die berühmte Reihenhaussiedlung im Jahr 1521. Sie umfasst insgesamt 140 Wohnungen in 67 Häusern. Heute wohnen dort 150 bedürftige katholische Augsburger Bürger. In Zeiten der ansteigenden Mieten handelt es sich um ein äußerst attraktives Wohnmodell für Menschen, denen nur wenig Geld zur Verfügung steht.

Die Fuggerei in Augsburg gilt als älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt
Jakob Fugger sicherte schon vor hunderten von Jahren bezahlbaren Wohnraum durch eine Stiftung. Es war ihm ein bedeutendes Anliegen, den bedürftigen Bürgern von Augsburg ein schönes zu Hause schenken zu können. In der Siedlung befindet sich neben den Häusern sogar eine eigene Kirche. Die 88 Cent sollen lediglich eine symbolische Jahresmiete darstellen. Allerdings herrschen vor Ort einige Regeln, welche die Bewohner befolgen müssen.
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Beispielsweise müssen sie täglich drei Gebete für die Stifterfamilie sprechen. Wer in der Fuggerei leben möchte, muss seinen katholischen Glauben nachweisen genau wie seine Bedürftigkeit. Zudem muss man seit mehreren Jahren in Augsburg leben und einen guten Leumund besitzen. Das einzigartige Projekt findet großen Anklang, denn in Deutschland sind zahlreiche Menschen von Armut bedroht. Die Fuggerei finanziert sich auch heute noch durch eine selbstständige, gemeinnützige Stiftung.

