Wird in Deutschland bald weniger Elterngeld gezahlt? Kürzlich sind einige Details zu neuen Plänen der Bundesregierung durchgesickert. Allerdings sorgen die Forderungen schon jetzt für heftige Kritik. „Bislang hat kaum ein Vorhaben dieser Bundesregierung dazu beigetragen, dass es Familien spürbar besser geht. Die geplante Elterngeldreform droht, diese Entwicklung fortzuschreiben und die Situation zahlreicher Familien weiter zu verschärfen“, erklärte Misbah Khan, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen.
Lars Klingbeil hat gefordert, dass das Bundesfamilienministerium im Jahr 2027 insgesamt 540 Millionen Euro einsparen soll. Beim Elterngeld sollen 350 Millionen weniger ausgegeben werden. Doch wie könnte das gelingen? Offenbar steht auch eine Kürzung der Leistung als möglicher Ausweg im Raum. Und das in Zeiten, in denen das Elterngeld sowieso kritisiert wird. Denn seit der Einführung im Jahr 2007 wurden die Summen von 300 bis 1.800 Euro nie an die Löhne oder Inflation angepasst. Noch ist unklar, wie genau die Bundesregierung sparen will. Denn eigentlich soll die Leistung für Eltern „weiterentwickelt“, statt gestrichen werden.

Drohen Kürzungen beim Elterngeld? Das bedeuten die Pläne der Bundesregierung
„Es bleibt völlig unklar, wie die angekündigten Kürzungen von 350 Millionen Euro beim Elterngeld konkret umgesetzt werden sollen. Fest steht jedoch: Ohne spürbare Einschnitte wird dieses Ziel kaum erreichbar sein“, erklärte Khan gegenüber der Frankfurter Rundschau. Mittlerweile meldete sich die Familienministerin Karin Prien zu Wort. Sie kündigte an, sich „solidarisch“ an den Beschluss der Koalition zu halten. „Zu einer verantwortlichen Politik gegenüber Familien und kommenden Generationen gehört auch eine Politik, die den Haushalt konsolidiert“, heißt es in dem Statement der Ministerin.
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Noch müsse aber verhandelt werden, wie man die Einsparungsziele erreichen könnte. Was genau der Plan also für Eltern in Deutschland bedeutet, bleibt vorerst unklar. Anpassungsfähig seien laut Prien beispielsweise die Bezugsdauer oder auch die Lohnersatzrate. „Ich würde uns aber nicht empfehlen, bei der Höhe runterzugehen. Das Elterngeld wurde seit Einführung nie erhöht. Wenn wir ein Modell finden, mit dem wir trotz der Sparzwänge noch etwas verbessern können, würde das den Familien in unserem Land signalisieren: Wir unterstützen euch“, heißt es weiter. Zuerst muss man sich jedoch gemeinsam einigen und das scheint aktuell noch schwierig zu sein, denn auch Carsten Linnemann sprach sich gegen Leistungskürzungen aus.

