Eine wissenschaftliche Studie des familiendemografischen Panels FReDA, die im vergangenen Jahr vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) vorgelegt wurde, zeigt, dass nach wie vor ein großes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern besteht. Dabei geht es konkret um Hausarbeit in heterosexuellen Beziehungen und wie sich Männer und Frauen beim Putzen, Waschen und Kochen einbringen. Ein Großteil der Befragten wünschen sich offenbar diesbezüglich eine gleichberechtigte Beziehung; gelingen tut das allerdings nur etwa 44 Prozent und somit weniger als der Hälfte.
Die Studie ergab unter anderem, dass Frauen im erwerbsfähigen Alter etwa 13 Stunden pro Woche mit Hausarbeit verbringen. Bei Männern ist es nur etwa halb so viel. Dabei lassen sich teilweise eutliche Unterschiede bei den jeweiligen Aktivitäten feststellen. Und es zeugt sich außerdem, dass es vor allem nach der Geburt des ersten Kindes starke Verschiebungen gibt, die Frauen in Beziehungen offenbar unglücklich machen. Viele denken deshalb sogar über Trennung nach.

Hausarbeit ist auch heute noch deutlich ungleich verteilt
Zwar sind Männer bei 80 Prozent der Befragten hauptverantwortlich für Reparaturen. Bei der Hausarbeit handelt es sich allerdings in der Regel um Routinetätigkeiten, die dementsprechend repetitiv immer wieder im Alltag auftauchen und zu großen Teilen immer noch von Frauen erledigt werden. Das gilt vor allem beimWäschewaschen: Während nur 2 Prozent der Männer in ihrer Beziehung allein dafür verantwortlich sind, sind es bei Frauen 36 Prozent. Beim Putzen liegt die Aufteilung bei 1 Prozent (Männer) und 22 Prozent (Frauen), beim Kochen liegen die Werte bei 2 Prozent (Männer) und 14 Prozent (Frauen). Eine Gleichberechtigung geben hingegen beim Waschen 20 Prozent, beim Putzen 26 Prozent und beim Kochen 28 Prozent an.
Dabei zeigt sich, dass in Beziehungen, in denen das Ungleichgewicht bei der Hausarbeit groß ist, fast jede fünfte Frau über eine Trennung nachdenkt. Bei ausgeglicheneren Beziehungen ist es hingegen nur jede siebte Frau. Gerechte Vorstellungen würden dabei oft am Alltag vor allem bei Familien scheitern, indem es Männern beispielsweise durch fehlende sozialpolitische Unterstützung oft schwer gemacht würde, sich mehr einzubringen. Denn durch Faktoren wie das Ehegattensplitting, Minijobs und die Berechnung der Elterzeit würden immer noch vor allem Frauen zu Hause bleiben und Männer weiter arbeiten gehen.
Deutliche Unterschiede zeigen sich dabei der Studie zufolge auch im Stadt-Land- sowie im Ost-West-Vergleich. So ist es in den Städten potenziell ausgeglichener, gleiches gilt für die neuen Bundesländer, wobei der Unterschied hier weniger deutlich ausfällt. Insgesamt resümiert die Studie, dass immer noch bei etwa 53 Prozent der Paare die Frau deutlich mehr Routine-Aufgaben bei der Hausarbeit übernimmt. Das kann zu genereller Unzufriedenheit führen und eine Beziehung belasten, zumal Frauen dadurch auch in anderen Bereichen schlechtere Chancen haben.
