Nach Angriff bei Ticketkontrolle: Zugbegleiter stirbt an seinen Verletzungen

Bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress ist es zu einer Attacke auf Zugpersonal gekommen, die für den Kontrolleur tödlich endete. Was ist über den Angriff bekannt?
Nach Angriff bei Ticketkontrolle: Zugbegleiter stirbt an seinen Verletzungen
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In einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz ist es am Montag zu einem tätlichen Angriff auf Zugpersonal gekommen. Medienberichten zufolge kam es, kurz nachdem der Zug den Bahnhof Landstuhl Richtung Homburg verlassen hatte, zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Zugbegleiter und einer vierköpfigen Reisegruppe. Einer der vier hatte dabei offenbar keinen gültigen Fahrausweis bei sich, weshalb der Mitarbeiter ihn des Zuges verweisen wollte.

Daraufhin soll es zu einer heftigen Diskussion gekommen sein, in deren Folge der Fahrgast den Zugbegleiter tätlich angegriffen hat. Dabei ist unter anderem von mehreren Faustschlägen auf den Kopf die Rede. Dadurch wurde der 36-jährige Kontrolleur Serkan C. so schwer verletzt, dass er noch vor Ort reanimiert werden musste. Andere Fahrgäste leisteten offenbar Erste Hilfe und informierten zudem die Polizei. Der Schwerverletzte wurde daraufhin ins Krankenhaus eingeliefert, wo er schließlich verstarb.

Das teilte die Deutsche Bahn am Mittwochvormittag offiziell mit. Bahnchefin Evelyn Palla spricht den Angehörigen und auch den Kolleginnen und Kollegen des Verstorbenen ihr Mitgefühl aus und spricht von einem schwarzen Tag „für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“. Und sie fügt hinzu: „Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum kommt es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen?“

Zugbegleiter nach Angriff verstorben:: Jemand hält am Bahnhof ein Schild mit der Aufschrift „Gewalt im Zug“
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Große Anteilnahme und Empörung über den Tod des Zugbegleiters

Auch die saarländische Verkehrsministerin Petra Berg (SPD) weist daraufhin, dass es sich nicht um einen Einzelfall handeln würde. „Gewalt gegen Zugbegleiter und öffentliche Bedienstete ist leider keine Seltenheit mehr. Umso mehr müssen wir uns als Gesellschaft geschlossen gegen ein solches Verhalten stellen und mit der gesamten Härte des Rechtsstaates gegen solche Taten vorgehen“, wird Berg zitiert. In einem Statement der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) heißt es zudem: „Wir sind bestürzt und fassungslos. Vor allem sind wir aber wütend. Wir akzeptieren es nicht länger, dass man sich als Zugbegleiter in Lebensgefahr begibt, sobald man seine Schicht antritt.“

Der 26-jährige Angreifer, laut Polizeiangaben griechischer Staatsbürger ohne Wohnsitz in Deutschland, wurde von den etwa zehn Minuten nach der Tat eintreffenden Beamten festgenommen und sitzt nach aktuellem Kenntnisstand in Untersuchungshaft. Zeugen berichten laut „Bild“-Zeitung, dass sich der Mann, nachdem er bei der Kontrolle kein Ticket vorweisen konnte, schnell aggressiv verhalten und den Kontrolleur bedroht haben soll.

Dieser hätte sich dennoch deeskalierend verhalten und versucht, den Schwarzfahrer zu beruhigen, der ihn dann angriff, nachdem er des Zuges verwiesen wurde. Zu genaueren Hintergründen der Tat gibt es noch keine offiziellen Informationen. Die Obduktion des verstorbenen Zugbegleiters soll noch heute beginnen und für 15 Uhr ist eine bundesweite Schweigeminute an allen Bahnhöfen für den Verstorbenen angesetzt.