Melanie (✝︎7) und Karola (✝︎5) Weimar: Anwalt will Mordfall neu aufrollen - Mutter beteuert Unschuld

40 Jahre nach dem Tod von Melanie und Karola Weimar gibt es neue Bewegung in dem aufsehenerregenden Mordfall. Ein Wiederaufnahmeantrag soll nun beweisen, dass die verurteilte Mutter unschuldig ist.
Melanie (✝︎7) und Karola (✝︎5) Weimar: Anwalt will Mordfall neu aufrollen - Mutter beteuert Unschuld
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Nach 27 Jahren könnte der Mordfall Weimar neu aufgerollt werden. Am 4. August 1986 wurden die beiden Mädchen Melanie und Karola Weimar im Alter von 7 und 5 Jahren getötet. Ihre Mutter Monika wurde schuldig gesprochen, hat jedoch immer bestritten, die Mörderin ihrer Kinder zu sein.

Deshalb will ihr Anwalt den Fall nun neu aufrollen. Das Landgericht Darmstadt bestätigte gegenüber der dpa, dass bereits ein Wiederaufnahmeantrag eingegangen ist. Ziel sei es, das Urteil aus dem Jahr 1999 aufzuheben. Der Anwalt Gerhard Strate erklärte, dass er nach dem „ausdrücklichen Wunsch“ seiner Mandantin handeln würde.

Monika Böttcher, Mutter von Karola und Melanie Weimar
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Mordfall Weimar: Anwalt der verurteilten Mutter stellt Antrag auf neues Verfahren

„Nach allen Erkenntnissen, die in der Zwischenzeit vorliegen und in dem Wiederaufnahmeantrag dokumentiert sind, müsste das Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main vom 22. Dezember 1999 seine Bestandskraft verlieren“, heißt es in einem offiziellen Schreiben des Anwalts. Demnach soll Monikas Unschuld bewiesen und ein Freispruch erwirkt werden. Die Krankenschwester soll Melanie und Karola Weimar damals getötet haben, um frei für ihren Geliebten zu sein.

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Bei dem Mordfall Weimar handelt es sich um einen der bekanntesten Indizienprozesse der deutschen Kriminalgeschichte. Im August 1986 meldete Monika ihre beiden Töchter als vermisst. Auf einem nahegelegenen Parkplatz wurden die Leichen der Kinder wenige Tage später aufgefunden. Das Gutachten enthüllte, dass Melanie und Karola erstickt oder erwürgt wurden. Monika beschuldigte damals ihren Mann des Mordes an ihren beiden Töchtern. 1999 wurde die Hauptverdächtige schließlich vom Landgericht Frankfurt zu lebenslanger Haft verurteilt.

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