Im Jahr 2019 verschwand die Schülerin Rebecca Reusch spurlos aus dem Haus ihrer Schwester in Berlin. Sie tauchte nach einer Übernachtung nicht mehr in der Schule auf und gilt seitdem als vermisst. Die Ermittler gehen mittlerweile davon aus, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Als Hauptverdächtiger gilt immer noch ihr Schwager Florian, denn er war als Letzter gemeinsam mit ihr im Haus.
Doch obwohl er schon zwei Mal in Untersuchungshaft saß, gibt es keinerlei handfeste Beweise, die ihn belasten würden. Deshalb gilt auch weiterhin die Unschuldsvermutung. Kürzlich äußerte sich der Profiler Axel Petermann zu den jüngsten Entwicklungen im Fall Rebecca Reusch.

Suche nach Rebecca Reusch: Profiler erklärt Vorgehen der Staatsanwaltschaft
„Die Indizien gegen den Schwager scheinen ja nicht so gravierend zu sein, wenn man sich nicht traut, Anklage zu erheben. Wenn es vor Gericht einen Freispruch gibt, dann – salopp gesagt – ist es das gewesen“, erklärte Petermann. Im ARD-Mittagsmagazin vom 16. März sagte er aber dennoch, dass er an die Aufklärung des Falls glaubt. „Viele Taten werden im Nachhinein noch aufgeklärt. Viele Polizeidienststellen haben außerdem Cold-Case-Stellen geschaffen, die ganz bewusst in alte Fälle hineingehen und nach dem Täter suchen“, sagte Petermann. Der Experte arbeitete jahrelang bei der Bremer Polizei und ermittelte in über 1.000 Fällen. Im Jahr 2014 wurde er schließlich pensioniert.
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Erst kürzlich führten die Ermittler eine Suchaktion auf mehreren Grundstücken in Brandenburg durch. Es sollen Hinweise sichergestellt worden sein – ein Durchbruch blieb allerdings aus. „Man braucht etwas Handfestes, man braucht Beweise. Momentan gibt es Indizien, wonach der Schwager in das Verschwinden von Rebecca involviert gewesen sein könnte. Aber anscheinend sind es nicht so viele Indizien, dass sich hieraus eine logische Indizienkette ergibt“, erklärte Petermann weiter. Die Ermittlungen im Fall Rebecca Reusch dauern weiter an. Außerdem hat die Polizei angekündigt, weitere Details zu den jüngsten Durchsuchungen veröffentlichen zu wollen.

