Wer auf die Liste der meistgesuchten Betrüger des FBI (Federal Bureau of Investigation) schaut, findet dort nun seit Kurzem auch einen Deutschen: Bernhard Eugen Fritsch. Auf dieser Liste stehen aktuell nur 12 Personen, wobei sie nicht mit der „Most Wanted“-Liste zu verwechseln ist. Wer Hinweise liefert, die zu der Ergreifung dieser Flüchtigen führen, kann mit einer Belohnung von 1 Million Dollar rechnen.
Der Deutsche ist hingegen auf der Liste gelandet, die speziell Betrügerinnen und Betrüger führt. Immerhin: Auch in diesen Fällen gibt es für zielführende Hinweise eine Belohnung von 150.000 Dollar vom FBI. Was wird Fritsch genau vorgeworfen?
FBI sucht Deutschen wegen Betrug in Millionenhöhe
Der in Landshut (Bayern) geborene Bernhard Eugen Fritsch wird „wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an einem Betrugsfall gesucht“, wie es im Fahndungsaufruf des FBI heißt. Dabei soll er Investorinnen und Investoren um 35 Millionen Dollar betrogen haben, die diese in das Technologieunternehmen Starclub Inc. investiert hatten.
Starclub entwickelte zu diesem Zeitpunkt angeblich eine Software, die Prominenten sowie Influencerinnen und Influencern helfen sollte, „ihre Markenbotschaften zu monetarisieren“. In diesem Rahmen behauptete Fritsch fälschlicherweise, bereits Verträge mit großen Medien- und Unterhaltungsunternehmen abgeschlossen zu haben. Darüber hinaus machte er falsche Angaben zur finanziellen Situation des Unternehmens – ein klassisches Vorgehen bei dieser Art von Kapitalanlagebetrug.
Inzwischen ist erwiesen, dass Bernhard Eugen Fritsch 7,3 Millionen US-Dollar des Anlegergeldes für persönliche Ausgaben nutzte. So bezahlte er damit unter anderem seine Hypotheken, Wohnkosten und kaufte zudem mehrere Luxusfahrzeuge. Die beschriebenen Taten ereigneten sich bereits vor einigen Jahren, zwischen Januar 2014 und August 2017. Im April 2017 wurde Fritsch dann in einem kalifornischen Gericht wegen Betrugs verurteilt.

Deutscher Betrüger entzog sich mehrfach den Behörden
Im Juni 2025 gelang dem Deutschen allerdings die Flucht vor einer Anhörung zur Aufhebung seiner Kaution. Dabei setzte er sich dem FBI zufolge nach Los Mochis in Mexiko ab. Im September 2025 wurde er dann zunächst von mexikanischen Behörden wegen gefälschter Ausweispapiere festgenommen. Dort wurde er allerdings aus der Abschiebehaft entlassen und angewiesen, sich alle zwei Wochen beim mexikanischen Einwanderungsgericht zu melden.
Am 6. Oktober 2025 floh Fritsch erneut, dem FBI zufolge zurück in seine Heimat nach Deutschland. Die Behörde vermutet den Flüchtigen in München oder zumindest der näheren Umgebung. Am 20. Oktober 2025 wurde Bernhard Eugen Fritsch in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft und einer Strafe von 35.000 Dollar verurteilt. Zudem soll er Schadenersatz in Höhe von 26.806.901 Dollar zahlen.
Details zum Flüchtigen Bernhard Eugen Fritsch
Das FBI bittet nun um Hinweise, die zur Ergreifung des Betrügers führen. Dazu gibt es folgende Angaben zu Bernhard Eugen Fritsch, der offenbar mitunter auch unter dem Namen Charles Wiest aufgetreten ist:
- Geburtstag: Juli 1961
- Geburtsort: Landshut
- Haarfarbe: Grau / Braun
- Augenfarbe: Braun
- Größe: 1,88 Meter
- Gewicht: ca. 100 Kilogramm
- Hautfarbe: Weiß
- Nationalität: Deutsch
- Sprachen: Deutsch, Englisch
Zwar verbietet Artikel 16 Absatz 2 des Grundgesetzes die Auslieferung von Deutschen an das Ausland. Allerdings könnte dem Betrüger im Fall einer Ergreifung auch in der Bundesrepublik Deutschland ein Verfahren drohen.

