Kürzlich wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass es zwar allgemein weniger Straftaten gab als im Jahr 2023, allerdings nahm die Gewaltkriminalität zu. Insgesamt wurde ein Anstieg von 1,5 Prozent auf 217.000 Gewalttaten verzeichnet.
Es handelt sich somit um den höchsten Stand seit 2007. So steil wie noch im Vorjahr ging die Kurve jedoch nicht mehr nach oben. Im Gegensatz zu 2022 wurde nämlich 2023 noch ein Anstieg von 8,6 Prozent verzeichnet. Was die Statistik auch offenbart, ist die Gewaltbereitschaft gegenüber Einsatzkräften und Polizeibeamten.

Angriffe auf die Polizei und Rettungskräfte: Statistik enthüllt höchsten Wert seit 2007
Die Ergebnisse zeigen, dass täglich 300 Polizisten in Deutschland Opfer verschiedenster Taten werden. Rechnerisch gibt es somit alle fünf Minuten einen Angriff auf die Einsatzkräfte. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 117.548 Übergriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte verzeichnet. Dabei kommt es beispielsweise zu heftigem Widerstand, Gewalt, Körperverletzung oder sogar Mord. Demnach sind nicht nur die Beamten von diesen Angriffen betroffen. In 109.545 der Fälle handelt es sich um einen Polizisten oder eine Polizistin. Somit registrierte man einen Anstieg von 5,1 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr.
Fast jeden dritten Tag wird ein Polizeibeamter sogar schwer verletzt – auch Tötungsdelikte wie bei Rouven Laur kommen immer wieder vor. 19.542 Beamte wurden im vergangenen Jahr leicht und 102 schwer oder tödlich verletzt. „Wir brauchen auch mehr Solidarität in unserer Gesellschaft. Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte geht uns alle an und darf niemandem in unserer Gesellschaft gleichgültig sein“, erklärte Nancy Faeser in einem Statement. Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Polizeigewerkschaft, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er betonte, dass die Gewalt „auf unseren Straßen explodiert“ und „Frauen und ältere Menschen in ständiger Angst vor Kriminalität“ leben würden. Seiner Meinung nach habe der Staat „jede Autorität verloren“.
Benjamin Jendro warnt vor "Verrohung der Gesellschaft"
Benjamin Jendro von der Gewerkschaft GdP ging weiter ins Detail und berichtet über die aktuelle Situation in Berlin. Er erklärte, dass es eine „Verrohung der Gesellschaft“ gebe und in Berlin jede Stunde ein Polizist angegriffen wird. „Es wird zugeschlagen, zugetreten und zugestochen.“ Deshalb wird nun dazu aufgerufen, die Einsatzkräfte allgemein besser zu schützen.