Flug MH370: Netflix-Doku wirft neue Fragen auf

Das Flugzeug mit 239 Passagieren an Bord verschwand vor neun Jahren spurlos.

10.03.2023, 12:30 Uhr
Flug MH370: Netflix-Doku wirft neue Fragen auf
Ryan Fletcher/Shutterstock
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Kürzlich wurde die neue Netflix-Doku über den verschwundenen Malaysia-Airlines-Flug MH370 veröffentlicht. Die Boeing 777 hob am 8. März 2014 in Kuala Lumpur ab und sollte in den frühen Morgenstunden im chinesischen Peking eintreffen. Um 01:20 Uhr verschwand der Flieger jedoch vom Radar.

„Gute Nacht, Malaysian 370“, lauteten die letzten Worte des Kapitäns Zaharie Ahmad Shah. Vergeblich warteten die Angehörigen der 239 Passagiere auf die Landung der Maschine in China. Es wird von dem größten Rätsel der Luftfahrgeschichte gesprochen. Zuerst vermuteten die Behörden einen Absturz des Fliegers im Golf von Thailand. Das Wrack konnte jedoch nicht gefunden werden. Zwar waren die Kommunikationssysteme des Flugzeugs deaktiviert, allerdings sendete die Boeing dennoch sogenannte Ping-Signale an Satelliten der Firma Inmarsat.

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Anhand dieser Daten konnte festgestellt werden, dass das Flugzeug seine Route änderte. Plötzlich kehrte es um und flog in Richtung des indischen Ozeans. Dort soll es dann schließlich nach Süden abgeboben sein. Doch auch hier enden die Daten nach rund sechs Stunden vor der Küste Australiens. Experten vermuten, dass dem Flugzeug der Treibstoff ausging und es somit im Ozean unterging. Doch auch hier konnte bis heute, neun Jahre später, kein Wrack gefunden werden. Einige Einzelteile eines Flugzeugs wurden an der Küste der Insel La Réunion angespült. Die exakte Herkunft konnte zwar nie bestimmt werden, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie von MH370 stammen. Die Suche wird bis heute fortgesetzt.

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Netflix © 2023

Was geschah mit Flug MH370?

Die neue Netflix-Doku möchte das mysteriöse Verschwinden der Maschine erneut thematisieren und stellt verschiedene Theorien vor, die zeigen sollen, was damals wirklich geschehen sein könnte. Doch es kommen auch neue Fragen auf. Beispielsweise wird eine junge Frau gezeigt, deren Vater sich im Flugzeug befand. Am Tag nach dem Verschwinden versuchte sie ihn anzurufen – erfolglos. Doch plötzlich klingelte ihr Handy und ein Anruf ihres Vaters ging ein. Verzweifelt fragte sie, was sie jetzt tun solle. Unter Schock nahm sie zu spät ab. Die Doku zeigt, dass man der jungen Frau damals erklärte, die technischen Mittel zur Nachverfolgung des Anruf würden fehlen. Doch wie konnte jemand sein Handy benutzen, der sich in einem Flugzeugwrack unter Wasser befand?

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Zudem kommt die US-Amerikanerin Cyndi Hendry zu Wort. Sie suchte damals für das Unternehmen Tomnod auf Satellitenaufnahmen nach den Wrackteilen des Fliegers. Tatsächlich entdeckte sie etwas: "Die Satellitenbilder waren leer. Es war nur die Schwärze des Meeres zu sehen. Dann drückt man auf den nächsten Knopf und sieht noch mehr schwarze Bilder. So viel Schwarz. Und dann, endlich, ist da etwas Weißes. Das war der Moment, in dem ich anfing zu sagen: 'Heilige Scheiße! Da ist ein Trümmerteil. Das ist das Flugzeug'.“ Sie verglich die Satellitenbilder mit einer Boeing 777 und glaubte, die Trümmerteile entdeckt zu haben. Allerdings befanden sich diese nicht im indischen Ozean, sondern im südchinesischen Meer, kurz vor Vietnam. Dort wo das Flugzeug vom Radar verschwand. Aufgrund der Inmarsat-Daten, die einen anderen Ort als Absturzstelle belegten, wurde Cyndis Entdeckung damals nicht weiter verfolgt. Die Angehörigen der Passagiere kämpfen noch heute, um endlich die Wahrheit über den Verbleib von MH370 zu klären.