"Datenabschöpfung im großen Stil": Verfassungsschützer warnt vor Risiken durch E-Autos

Verfassungsschützer warnen immer häufiger vor Risiken, die insbesondere durch E-Autos entstehen können. Nun äußert sich auch das Bundesinnenministerium. Was Verbraucher wissen müssen.
"Datenabschöpfung im großen Stil": Verfassungsschützer warnt vor Risiken durch E-Autos
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Allein im vergangenen Jahr wurden über 500.000 E-Autos neu zugelassen. In Deutschland sind die rein elektrisch angetriebenen Pkw also immer noch sehr gefragt. Obwohl es in den letzten Monaten immer wieder zu Diskussionen über das geplante Verbrenner-Aus kam.

In diesem Jahr soll es außerdem wieder eine Förderung geben, die insbesondere einkommensschwache Familien beim Erwerb oder Leasing eines E-Autos unterstützt. Doch nun wird auch gleichzeitig vor den Elektroautos gewarnt – insbesondere vor Modellen, die aus China kommen. Das Bundesinnenministerium sprach in diesem Zusammenhang von Fahrzeugen, die "über hochkomplexe, vernetzte Systeme" verfügen, die "eine große Menge an Daten generieren, speichern und übermitteln" können.

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E-Autos werden zum "rollenden Computer": Experten klären über Risiken auf

„Aufgrund der steigenden Marktanteile chinesischer Autohersteller im europäischen Markt, der geopolitischen Lage und der chinesischen Machtambitionen ergibt sich die Notwendigkeit, mögliche Risiken chinesischer Fahrzeuge genau im Blick zu haben“, betonte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber dem Handelsblatt. Stephan Kramer, Chef des Thüringer Verfassungsschutzes, warnte ebenfalls vor einer „Datenabschöpfung im großen Stil“. Die E-Autos könnten demnach Standortdaten oder auch Gesprächsmitschnitte speichern und unerlaubt an Dritte weitergeben. Beispielsweise speichern die Elektroautos GPS-Koordinaten und können so auch leicht auswerten, welche Orte man häufig besucht, wo man sich wie lange aufhält und welche Fahrtrouten regelmäßig genutzt werden.

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Fast alle Fahrer koppeln natürlich außerdem ihr Smartphone mit ihrem Wagen. So gelangen weitere Details ins System. Das Risiko sei in sicherheitsrelevanten Bereichen sowie für Unternehmen besonders hoch. Kramer erklärt aber auch, dass nicht nur E-Autos betroffen seien. Es handelt sich um ein Problem, welches vernetzte Autos im Allgemeinen betrifft. Auch Fahrzeuge, die nicht in China hergestellt wurden, bergen ein Risiko. "Moderne Elektroautos sind rollende Computer", heißt es weiter.

Hersteller müssen vor Cyberangriffen schützen

Die Hersteller sind nach EU-Recht dazu verpflichtet, den Wagen „angemessen gegen Cyberangriffe zu schützen und Zugriffe auf Fahrzeugdaten durch Unberechtigte zu verhindern“. Denn zahlreiche Pkw kommunizieren mit Systemen der Hersteller, um Daten zur Verbesserung des Angebots und zur Entwicklung der Produkte preiszugeben. "Autos sind in Sachen Datenschutz die schlechteste Produktkategorie, die wir je überprüft haben“, sagen auch die Experten der Mozilla Foundation, die kürzlich eine entsprechende Studie durchgeführt haben.