Bei Amazon Prime Video ist seit Mitte März eine deutsche Komödie verfügbar, die das Publikum spaltet wie keine andere. In „Alter weißer Mann“ übernimmt der Schauspieler Jan Josef Liefers die Hauptrolle. Neben dem 61-Jährigen überzeugen Top-Stars wie Elyas M’Barek, Meltem Kaptan, Pierre Besson und Nadja Uhl.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Heinz Hellmich. Er versucht verzweifelt, in der modernen Gesellschaft zurechtzukommen und niemanden zu verärgern. Doch je mehr er versucht, nicht ins Fettnäpfchen zu treten, desto schlimmer wird es. An seinem Arbeitsplatz gerät er immer weiter unter Druck und gilt plötzlich als DAS Beispiel für einen „alten weißen Mann“.

Jan Josef Liefers und Elyas M'Barek spalten das Publikum in „Alter weißer Mann“
Um seinen Job zu retten, will er seinen Chef zu einer Dinnerparty einladen. Gemeinsam mit seiner Frau möchte er so offen und „woke“ wie möglich wirken. Doch der Abend endet völlig anders als erwartet. Hinter der Gesellschaftssatire, die sich unter anderem mit Themen wie Politik, Migration und Generationskonflikten auseinandersetzt, steckt der Regisseur Simon Verhoeven. Er ist unter anderem bekannt für Komödien wie „Willkommen bei den Hartmanns“, was durch den speziellen Erzählstil sowie den Humor von „Alter weißer Mann“ auch nicht lange ein Geheimnis bleibt.
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Während einige Zuschauer über genau diesen Humor lachen konnten und feiern, wie Verhoeven die moderne Gesellschaft infrage stellt, sprechen andere von einem Reinfall. „Ich verstehe das Konzept nicht, alles so sarkastisch zu verpacken und es als woke abzutun“, schrieb ein verärgerter Zuschauer. „Hat seine Stärken und Schwächen“ oder „Ich habe es nur geschaut, um meine Mutter glücklich zu machen“, heißt es weiter.
Zuschauer sind verärgert: Geht Simon Verhoeven zu weit?
Klar ist, dass Verhoeven trotz der durchwachsenen Kritiken für reichlich Aufruhr gesorgt hat und sein Werk auch heute noch in aller Munde ist. Beim Amazon-Start wurde „Alter weißer Mann“ nämlich nach wenigen Stunden auf den ersten Platz der Comedy-Charts katapultiert. Ob unterhaltsam, ärgerlich, lustig oder enttäuschend, am Schluss geht es im Kino doch eigentlich nur um eines: das Auslösen von Emotionen. Mit dem Anstoß zur Diskussion hat Simon Verhoeven also erneut ins Schwarze getroffen.

