„Achtsam Morden“ Staffel 2: Warum die Serie wirklich psychologische Tipps enthält

Wenn Mord auf Achtsamkeit trifft: Die Netflix-Serie „Achtsam Morden“ begeistert mit schwarzem Humor – doch hinter der Fassade verbergen sich überraschend fundierte psychologische Übungen.
„Achtsam Morden“ Staffel 2: Warum die Serie wirklich psychologische Tipps enthält
Netflix

Am Donnerstag startete auf der Streaming-Plattform Netflix die zweite Staffel der Erfolgsserie „Achtsam Morden“. Auch diesmal muss Björn Diemel mit seinen inneren und äußeren Dämonen kämpfen. In den neuen Folgen nimmt es der Hauptdarsteller Tom Schilling mit zwei Mafia-Clans auf und arbeitet in seiner neuen Kanzlei über einem Kindergarten.

Die Serie lebt von einem unverwechselbaren schwarzen Humor. „Achtsamkeit mit Morden zu verbinden, ist für mich etwas sehr Natürliches: Eine weiße Taube ist vor einer dunklen Wolke einfach besser zu erkennen als vor einer hellen“, heißt es voller Ironie im Vorwort des Buches „Achtsam Morden - Das Übungsbuch“ von Karsten Dusse. Die gesamte Serie basiert auf der Romanreihe des erfolgreichen Autors. Das Intro bedeutet natürlich nicht, dass Achtsamkeit im echten Leben mit Gewalt zusammenhängt.

Szene aus der Serie "Achtsam Morden"
Netflix

„Achtsam Morden“: Diese psychologischen Übungen aus der Serie gibt es wirklich

In dem Zusatzbuch schreibt er zahlreiche psychologische Übungen auf, die für mehr Achtsamkeit im Alltag sorgen sollen. Denn tatsächlich gibt es in der Serie echte Tipps, die auch bei den Zuschauern funktionieren können. „Achtsam Morden“ dient also nicht einfach nur der Unterhaltung. Karsten Dusse schreibt in seinem „Übungsbuch“ von der „Joschka-Breitner-Methode“. Dabei handelt es sich um den fiktiven Therapeuten, den Björn regelmäßig in der Serie und der Romanreihe aufsucht. Was können die Zuschauer also für ihr eigenes, manchmal doch sehr stressiges Leben von Björn und seinem Therapeuten lernen?

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„Achtsamkeit bedeutet, dass Sie in Gedanken im Hier und Jetzt sind“, schreibt Dusse. Die Übungen werden in seinem Buch zwar humorvoll verpackt, basieren aber häufig auf echten Achtsamkeitsprinzipien. Dazu gehört beispielsweise der „Achtsamkeitsquotient“. In dieser Übung geht es darum, sich bewusst zu machen, wie oft man sich im Alltag geistig tatsächlich im „Hier und Jetzt“ befindet. Björn konzentriert sich in der Serie voll und ganz auf den Moment und versucht, seine Sorgen über die Zukunft und Ängste aus der Vergangenheit außen vor zu lassen.

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Björn Diemel und sein Therapeut Joschka Breitner in "Achtsam Morden"
Netflix

Warum die „Joschka-Breitner-Methode“ auch den Zuschauern helfen kann

In der Psychologie wird dazu auch die 5-4-3-2-1-Methode genutzt. Man beschreibt 5 Dinge, die man sieht, 4 Dinge, die man spürt, 3 Dinge, die man hört, 2 Dinge, die man riecht und 1 Sache, die man schmeckt. Die Methode soll dazu beitragen, weniger Ängste zu haben und mehr in der Gegenwart zu leben. Sie wirkt auch gegen Panikattacken. Dusse schreibt darüber hinaus über den Umgang mit Verbitterung. Man soll lernen, negative Gefühle loszulassen und sich bewusst mit seinem Groll auseinandersetzen, damit man nicht in eine Abwärtsspirale gerät.

Dazu nutzt man in der Psychologie häufig die Methode des Beobachters. So lernt man, sich selbst besser zu verstehen und sich von seinem Gefühl zu distanzieren, ohne sich dauerhaft herunterziehen zu lassen. Denn es ist wissenschaftlich bewiesen, dass das Gehirn automatisch an negative Gedanken anknüpft, um den Menschen vor Gefahren zu warnen. Verschiedene Strategien sollen helfen, das „Overthinking“ zu durchbrechen. „Wir können Erinnerungen, die schädliche Reaktionen auslösen, wie zum Beispiel traumatische Erfahrungen, löschen, damit wir in Zukunft auf angemessene Weise reagieren können“, erklärt Jarrod Lewis-Peacock, Assistenz Professor der Psychologie an der UT Austin.

In der zweiten Staffel von „Achtsam Morden“ setzt sich Björn außerdem mit seinem inneren Kind auseinander. In der Psychologie wird diese Methode ebenfalls genutzt, um alte Glaubenssätze und emotionale Verletzungen, die im Unterbewusstsein verankert sind und einen im Erwachsenendasein behindern, aufzulösen. Eine Herangehensweise, die bei der Bewältigung eines Traumas effektiv sein kann. Ob Björn das auch wirklich gelingt, sehen Fans ab sofort auf Netflix.