Auf den ersten Blick können Filme ganz anders wirken, als sie eigentlich gemeint sind. Die ursprünglich geplante Botschaft wird nicht immer sofort deutlich. Nicht selten wollen Autoren und Regisseure durch den Film eine bestimmte Message verkünden. Das muss sich dem Kinogänger aber nicht immer zwangsläufig auch so erschließen. Hier kommen 10 Filme, die vom Publikum am deutlichsten missverstanden wurden:
1. (500) Days of Summer
Unglücklich verliebt zu sein, ist eine schmerzhafte Erfahrung. Wie sich das zeigt, demonstriert dieser Film auf lustige Weise. Doch eigentlich geht es um mehr: Tom glaubt, dass die richtige Person sein Leben verändern kann. Doch es liegt nicht am Anderen, die Hoffnung auf das Glück zu erfüllen, sondern an einem selbst. Das bestätigte auch Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt – und findet es auf besonders schräge Weise im Film raus.
2. Dirty Dancing
Hier sahen die meisten Zuschauer den reinen Liebesfilm, in der sich Baby und Johnny entgegen aller Widrigkeiten nicht nur dem Tanz, sondern auch sich selbst hingeben. Mehr als die offensichtliche Handlung aber zeigt der Film die sexuelle Emanzipation von jungen Frauen in einer Zeit, in der es eigentlich noch verpönt war, frei über Partnerwahl und Sex zu denken.
3. American Sniper
Diesem Film wurde viel politische Intention zugesprochen. Für den einen war es ein Propagandastreifen der US-Army und für Andere eine Mahnung zur Bedrohung durch Terrorismus aus dem mittleren Osten.
Tatsächlich war der eigentliche Zweck des Films, die posttraumatischen Störungen eines Elitekämpfers darzustellen, der in seine Heimat zurückkehrt.
4. Inception
Christopher Nolan, Regisseur des Films „Inception“, ließ offen, ob sich am Schluss Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio in einem Traum befindet oder nicht. Der Darsteller Michael Caine erklärte später, dass es die Realität war und beantwortete somit final diese Frage.
Für Nolan jedoch war das völlig irrelevant. Ihm ging es darum, dass sich der Protagonist gar nicht erst mehr fragt, ob es Traum oder Realität ist. Deshalb wartet er auch gar nicht erst ab, ob der Kreisel nun fällt.
5. The Shining
Der Vater wird im einsam gelegenen „Overlook-Hotel“ verrückt und will in dem weitläufigen Gebäude seine Familie töten. Stanley Kubrick, der Regisseur, wollte allerdings vor allem auf den Kampf des Vaters mit der Alkoholsucht aufmerksam machen.
Dank Jack Nicholsons überragender Spielweise ist man aber vom sich langsam entwickelndem Wahnsinn des Hauptdarstellers zu sehr gefesselt, um andere Intensionen zu erkennen.
6. Natural Born Killers
Von den Zuschauern wurde dieser Film als brutale Gewaltorgie verteufelt. Tatsächlich aber wollte der Regisseur Oliver Stone nur die Obsession der Medien zur Gewalt darstellen. Deshalb wurde die Rolle des TV-Moderators, gespielt von Robert Downey Jr., so hervorgehoben dargestellt.
7. The Cabin in The Woods
2012 erschien der Horrorfilm „The Cabin in The Woods“. Hier fließt, wie jeder echte Horrorfan auch es sich auch wünscht, reichlich Blut. Nebenbei aber klappert der Horrorstreifen auch jeden einzelnen Aspekt des Gruselgenres ab und parodiert sie sogar ein Stück weit noch.
Das wirkt auf den Gänsehautfan schon fast beleidigend, denn dieser hält die Gruselfilm-Industrie mit immer demselben Rezept schon seit Jahren am Laufen – ohne das sich etwas nennenswert an Handlung und Stil ändert.
8. American Psycho
Auch bei „American Psycho“ wurde unterstellt, Gewalt als harmlos darzustellen. Hier nahm das Publikum gar an, den Killer Patrick Bateman glorifizieren zu müssen und sogar Sympathie zu entwickeln. Die Regisseurin Mary Harron jedoch wollte tatsächlich nur die oberflächliche, nach außen gerichtete Welt des Killers darstellen, der als Yuppie der Protagonist einer geradezu hedonistischen Gesellschaft war.
Hier geht es um Identitätslosigkeit des Täters und der Welt, in der er sich bewegt – kalt, emotionslos und oberflächlich.
9. Fight Club
Die offensichtlichste Botschaft dieses Films war der Druck des allmächtigen Kapitalismus, dem sich der Erzähler beugt und aus dem ihn der antagonistische Charakter Tyler Durden erst befreite. Eine zweite, weniger auffällige Message war allerdings die Gefahr, die ausgeht von einer Gesellschaft, die von rein männlichen Werten geprägt ist.
10. Funny Games
„Funny Games“ ist ein Film über Gewalt, Voyeurismus und Konsum. Er wurde von Kritikern hochgelobt, während das breite Publikum kaum ein gutes Haar an dem Film ließ. Wenig Unterhaltungswert und keine „Heldenfigur“, die die Hoffnung auf ein gutes Ende hochhalten würde. Der Regisseur Michael Haneke hatte aber eine andere Botschaft im Sinn.
Gewalt, die nicht stilvoll und ästhetisch vollendet dargestellt wird, ist für das Publikum so gut wie unerträglich. Er versuchte mit diesem Film das Publikum zum Nachdenken über den eigenen Medienkonsum anzuregen. Allerdings entstand ein Film mit wenig Unterhaltungswert – sowohl im Original als auch beim US-Remake.
