Die Rapperin Juju hat kürzlich erstmals offen über ihre Gesundheit gesprochen. Fans fragten sich, warum sich die 33-Jährige plötzlich zurückgezogen hatte. Nun teilte Judith emotionale Worte und erklärte, dass sie ADHS und Autismus hat. Die Diagnose habe ihr dabei geholfen, „endlich alles zu verstehen“.
Schon vor der Corona-Pandemie merkte Juju, dass etwas nicht stimmte. Damals befand sich die Rapperin bereits auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und hätte eigentlich auf Tour gehen sollen. Durch den Lockdown fielen jedoch zahlreiche Konzerte aus. Was für die Musikerin eigentlich eine Enttäuschung hätte sein sollen, entlastete sie plötzlich. In diesem Moment wurde ihr klar, dass die Belastung zu groß geworden war. „Weil ich in dem Moment gemerkt habe, dass ich eigentlich gar nicht mehr kann“, berichtet sie gegenüber dem Spiegel.

„Ich habe endlich alles verstanden“: Rapperin Juju teilt Einblick in ihr Privatleben
Judith Wessendorf wollte aber genauer wissen, warum ihr alles zu viel wurde. „Mir ging es so schlimm, ich hatte Albträume, bin nachts immer aufgewacht, schweißgebadet. Und war richtig depressiv“, sagt die Sängerin. Sie habe sogar kurzzeitig ihre Heimat Berlin verlassen. Als sie sich schließlich professionelle Hilfe suchte, dauerte es nicht lange, bis die Diagnose feststand. „Ich dachte ja immer, irgendwas stimmt nicht mit mir. Aber ich kannte ja nur mein Gehirn, nicht das der anderen“, heißt es weiter. Dass sie nun weiß, wieso sie sich so schlecht gefühlt hat, half Juju, besser mit der Situation und ihrem gesamten Leben umgehen zu können.
Was sind ADHS und Autismus?
Endlich konnte sie verstehen, wieso sie schon in der Schule Schwierigkeiten hatte oder auch bestimmte Dinge besser kann als andere. Tatsächlich wird ADHS bei Frauen oft lange fehldiagnostiziert. Auch Topmodel Heidi Klum hat das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und erklärte erst kürzlich, wie sie sich damit fühlt. Sie hat beispielsweise Probleme damit, sich auf eine Sache zu konzentrieren und Informationen zu filtern. Oft kämpfen Betroffene auch mit einer mangelnden Impulskontrolle und einer starken Erschöpfung. Autismus ist hingegen eine angeborene neurologische Entwicklungsstörung, die die Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung betrifft. Sie ist sehr individuell ausgeprägt, weshalb von einem sogenannten „Autismus-Spektrum“ die Rede ist, zu dem beispielsweise auch das Asperger-Syndrom gehört.
Betroffene haben Schwierigkeiten bei der nonverbalen Kommunikation, fühlen sich in sozialen Situationen oft unwohl und versuchen ihre Unsicherheit und den enormen Stress zu maskieren. Schlimmstenfalls kommt es zu körperlichen Stresssymptomen, einem Meltdown oder einer Panikattacke. Das hängt unter anderem mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Reizen aller Art zusammen. Gleichzeitig können Betroffene eine besondere Begabung in bestimmten Bereichen aufweisen und beruflich sehr erfolgreich sein. Elon Musk, der reichste Mensch der Welt, gilt als das wohl prominenteste Beispiel. Er hat selbst bekanntgegeben, mit dem Asperger-Syndrom zu leben.

