Am gestrigen 8. April ist der Schauspieler Mario Adorf in seiner Pariser Wohnung verstorben. Das teilte Adorfs langjähriger Manager Michael Stark mit. Das berichtet unter anderem die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf die Filmagentur Reinholz. Dabei sei der 95-jährige Schauspieler „nach kurzer Krankheit“ einfach eingeschlafen, heißt es in dem Statement.
Der 1930 in Zürich geborene Adorf war bereits seit den 50er-Jahren eine feste Größe auf der Kinoleinwand und auch im Fernsehen. In seiner langen Karriere hat der Schauspieler mehr als 200 Rollen übernommen und dabei die Filmlandschaft geprägt. Zu seinen Erfolgen zählen unter anderem „Allein gegen die Mafia“, „Winnetou“, „Kir Royal“, „Der Schattenmann“, „Momo“ und „König, Dame, Bube“. Aber auch in Werken wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Die Blechtrommel“ oder „Die Rote Zora“ war Mario Adorf zu sehen.
Anlässlich seines damals kurz bevorstehenden 95. Geburtstages hat der Schauspieler der „Hörzu“ eines seiner letzten großen Interviews gegeben. Damals fand er bereits recht deutliche Worte über das Sterben, die nun angesichts seines Todes noch einmal nachdenklich stimmen.

Mario Adorfs ehrliche Worte über den Tod
Schon in früheren Interviews hatte Mario Adorf betont, keine Angst vor dem Tod zu haben und diesem „bewusst entgegentreten“ zu wollen. Im Gespräch mit „Hörzu“ offenbarte er dann: „Es gab einen Punkt, an dem ich dachte: 'Das langt jetzt.' Da hätte ich eigentlich gerne losgelassen.“ Das sagte der Schauspieler mit Blick auf nicht näher ausgeführte negative Erfahrungen im zurückliegenden Jahr.
Zudem gab er zu, überhaupt nicht damit gerechnet zu haben, so alt zu werden. Seinen 95. – und wie jetzt klar ist letzten – Geburtstag hat der Schauspieler wohl im kleinen Kreis gefeiert. „Es wird, wie in den letzten Jahren auch, einfach ein schönes Abendessen mit acht, maximal zehn Personen“, gab Adorf damals an. Angesichts seines hohen Alters hat sich der Schauspieler aber offenbar mit sich im Reinen gefühlt. „Ich habe nicht das Gefühl, dass es noch viel aufzuarbeiten gäbe“, wird er zitiert.
Beruflich habe er alles erreicht und keinerlei Ehrgeiz mehr, privat habe er vor allem seine Zeit in Rom in guter Erinnerung. Dort lebte der gebürtige Züricher mehrere Jahrzehnte und bezeichnete sich mitunter als halben Italiener. „Eine sorglose, wunderbare, leichtlebige Zeit, die man wirklich genießen konnte“, erinnerte er sich im Interview mit „Hörzu“.

„Eine Legende ist gegangen“: Große Anteilnahme am Tod des Schauspielers
Adorfs letzter Film bleibt nun mit seinem Tod „Real Fight“ aus dem Jahr 2021. Seit der Corona-Pandemie hatte sich der Schauspieler aus dem Geschäft und auch aus der Öffentlichkeit weitestgehend zurückgezogen. Dennoch zollen viele der Filmlegende Respekt. In den ersten Pressenachrufen ist etwa von „Deutschlands beliebtestem Schauspieler“ und vom „Tod eines Filmgiganten“ die Rede.
Auch in den sozialen Medien ist die Anteilnahme am Tod Mario Adorfs groß. Mehrfach kann man Dinge wie „Eine Legende ist von uns gegangen“ lesen. Viele gedenken dabei auch der wichtigen Rolle, die der Schauspieler in der europäischen Filmkultur über Jahrzehnte innehatte. Adorfs Manager Michael Stark zufolge hat auch der Verstorbene kurz vor seinem Tod an seine Fans gedacht. Bei einem seiner letzten Besuche habe Mario Adorf ihm mit auf den Weg gegeben, dass er sich „bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt“.
