Innerhalb eines Jahres: Linke verdoppelt Zahl der Parteimitglieder - "Merz-Effekt"

Die Linke hat ihre Mitglieder auf 123.000 verdoppelt. Wie der „Merz-Effekt“ und Heidi Reichinnek den Boom 2026 befeuern, während das BSW zurückstecken muss.
Innerhalb eines Jahres: Linke verdoppelt Zahl der Parteimitglieder - "Merz-Effekt"
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"Die Linke" verzeichnete ein mehr als erfolgreiches Jahr 2025. "Die Linke ist heute jünger und weiblicher, aber vor allem auch größer als je zuvor", erklärte die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner. In 12 Monaten konnte die Partei ihre Mitglieder verdoppeln.

Während es 2024 noch 59.000 Mitglieder waren, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf ganze 123.000 Mitglieder an. Die Deutsche Presse-Agentur hat diese Zahlen kürzlich noch einmal in einen deutlicheren Kontext gebracht. Denn im Gegensatz zu der Linkspartei sieht es bei den Regierungsparteien nicht sehr rosig aus. Die CSU meldete als einzige von ihnen ein geringes Wachstum in Höhe von 1,5 Prozent. Die CDU und die SPD mussten hingegen sogar Verluste hinnehmen. Neben der Linken verzeichneten auch die AfD und die Grünen einen Zuwachs.

Jan van Aken bei einer Veranstaltung der Linken
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123.000 Mitglieder: "Die Linke" kann sich über einen Rekord freuen

"Wir freuen uns eigentlich jeden Tag über die mehr als 100.000 Mitglieder. Wir wachsen täglich und ich würde das in allererster Linie als eine große Chance begreifen", sagte Ines Schwerdtner schon vor dem Parteitag in Chemnitz im vergangenen Jahr. Wie kommt es zu dem sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahlen? Das hängt unter anderem mit dem großen Erfolg der Politikerin Heidi Reichinnek zusammen. Die 37-Jährige tritt sehr erfolgreich in den sozialen Medien auf und erreicht viele junge Wähler. Allein auf TikTok folgen der Fraktionsvorsitzenden über 660.000 User.

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Auch der „Merz-Effekt“ wird immer wieder als entscheidender Faktor genannt. Der Bundeskanzler kämpft schon seit Monaten mit viel Gegenwind und stärkt mit zahlreichen Maßnahmen kleinere Parteien und die Opposition. Im Mai 2025 argumentierten Politikwissenschaftler, dass „Die Linke“ seit der Kanzlerschaft von Merz wieder ein klares Profil etablieren konnte. Das hängt unter anderem mit der Wirtschaftspolitik und dem neuen Kurs der Koalition in der Migrationspolitik zusammen. Auch nach dem Austritt von Sahra Wagenknecht hat sich das Image der Partei noch einmal grundsätzlich geändert. Unter anderem endete der interne Dauerstreit durch die Gründung des BSW.

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"Merz-Effekt" und BSW: So wandelte sich das Bild der Linken

Erst kürzlich machte Wagenknecht auf sich aufmerksam, als sie in einem Gastbeitrag in der „Ostdeutschen Allgemeinen“ schrieb, dass es mehr Zusammenarbeit mit der AfD geben solle. „Ächtung und Ausgrenzung fördern Radikalisierung, Regierungsaussichten fördern Anpassung“, heißt es. Die „Brandmauer“ sei ein „demokratischer Irrweg“. Neueste Daten einer INSA-Umfrage, die am 10. März veröffentlicht wurden, zeigen, dass aktuell 10,5 Prozent der Befragten die Linke wählen würden und nur noch 3,5 Prozent das BSW.