Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn verkündete am Wochenende seinen Rücktritt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der Politiker gemeinsam mit seinem Ehemann Daniel Funke Vater geworden ist. Da sein Sohn von einer Leihmutter in den USA ausgetragen wurde, entfachte der 46-Jährige eine Debatte.
Nun folgt die Konsequenz, indem er seinen Posten verlassen hat. Auch der Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich kürzlich zu den Geschehnissen. Im ZDF-Sommerinterview erklärte der 70-Jährige, dass er mit einer Empörung „in diesem Umfang“ nicht gerechnet habe. Spahn hatte ihn darum gebeten, die Kommunikation selbst in die Hand zu nehmen. Daraufhin kam der Kanzler diesem Wunsch nach.

Statement zu Rücktritt: Jens Spahn löst Debatte wegen Leihmutterschaft aus
„Wir hatten ja alle kaum Gelegenheit mit ihm darüber zu sprechen und er hat ja auch die Partei und die Fraktion erst sehr, sehr spät über das alles informiert“, erklärte der Kanzler gegenüber dem ZDF. Die Moderatorin Diana Zimmermann fragte, ob er sich von Jens Spahn persönlich hintergangen fühle. „Das will ich jetzt hier öffentlich nicht bewerten. Der Vorgang als solcher ist abgeschlossen, er ist zurückgetreten. Wir akzeptieren und respektieren das“, sagte Merz daraufhin. Der Kanzler konzentriert sich nun insbesondere auf die Zukunft und sprach eine Kabinettsumbildung an. „Es könnte eine Gelegenheit sein“, heißt es.
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Bereits am Montag tagte der Fraktionsvorstand. Ein Termin für die Wahl eines Nachfolgers soll gemeinsam festgelegt werden. Die Frage, wer Spahns Platz einnehmen wird, soll Merz und Söder zufolge schnell geklärt werden. Dass Spahn an den Sitzungen teilnehmen wird, gilt momentan als unwahrscheinlich. „Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt“, schrieb der Politiker in seinem Brief. „Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht. Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben“, erklärte Spahn weiter.

