Gegen einen Rentner aus Heilbronn wird ermittelt. Der Mann soll den Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Kommentar auf Facebook beleidigt haben. Merz besuchte im vergangenen Jahr den Spatenstich des Innovation Park Artificial Intelligence und die Polizei Heilbronn teilte zuvor einen Post zu diesem Thema auf ihrem Account.
„Pinocchio kommt nach HN“, soll er auf der Facebook-Seite der Polizei geschrieben haben. Außerdem fügte er ein Emoji mit einer langen Nase hinzu. Die Polizei Heilbronn bestätigte die Anzeige mittlerweile und sieht sich Kritik von allen Seiten ausgesetzt. Denn nicht Friedrich Merz hat den Rentner angezeigt, sondern die Polizei selbst.

Nach "Pinocchio"-Kommentar über Friedrich Merz: Kriminalpolizei ermittelt gegen Rentner
Hintergrund sei die Tatsache, dass eine Beleidigung vorliegen könne. "Es ist eine Schande, dass die Polizei und Justiz sich um solche Nichtigkeiten kümmern muss", findet ein User. Der Mann erhielt Monate später Post von der Kriminalpolizei. In dem Brief wird erklärt, dass gegen ihn im Sinne von Paragraf 188 im Strafgesetzbuch ermittelt wird. „Wenn wir im Rahmen des Social-Media-Monitorings unserer Kanäle auf strafbewährtes Handeln im Einzelfall stoßen, wird dieses zur Anzeige gebracht beziehungsweise der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt“, erklärte die Polizei Heilbronn in einem Statement.
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Die Beamten seien im Verdachtsfall dazu verpflichtet der Sache nachzugehen. Die Staatsanwaltschaft entscheidet schließlich, wie weiter verfahren werden soll. Auch der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner nannte Friedrich Merz bereits „Pinocchio Fritze“. Die Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner sprach davon, dass der CDU-Politiker aufpassen müsse, nicht zum „Pinocchio-Kanzler“ zu werden. Der Rentner gab mittlerweile ein Statement gegenüber der „Heilbronner Stimme“ ab: „Das ist doch ein Witz und völlig unverhältnismäßig. Als ich im Freundes- und Bekanntenkreis von der Anzeige erzählt habe, dachten alle, ich will sie auf den Arm nehmen.“
