Neues EU-Handelsabkommen mit Australien: Wer wird profitieren?

Milliarden-Einsparungen, vereinfachte Exporte und der Zugang zu wichtigen Rohstoffmärkten: Das neue EU-Handelsabkommen mit Australien gilt als strategischer Meilenstein. Warum dieser Deal nicht nur ökonomisch, sondern auch geopolitisch von entscheidender Bedeutung ist.
Neues EU-Handelsabkommen mit Australien: Wer wird profitieren?
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Das neue EU-Handelsabkommen mit Australien erforderte über acht Jahre Verhandlungen, bis man sich endgültig einigen konnte. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, schüttelte am 24. März dem australischen Premierminister Anthony Albanese die Hand und besiegelte somit den profitablen Deal, der nun nur noch ausgearbeitet und ratifiziert werden muss.

Doch welche Folgen hat das EU-Handelsabkommen eigentlich? Die neuen US-Zölle haben dazu geführt, dass neue Lösungen für die Versorgungssicherheit immer attraktiver geworden sind. Zudem übt China Druck auf Europa aus und nutzt dazu seine Stellung aufgrund seiner Vorkommen an Seltenen Erden und Rohstoffen. Sowohl Australien als auch die Europäische Union profitieren deutlich von dem neuen Abkommen.

EU-Handelsabkommen mit Australien: Flagge von Australien und Flagge der Europäischen Union
FatihYavuz/Shutterstock

Neues EU-Handelsabkommen: Australien einigt sich mit der Europäischen Union

Denn es bietet nicht nur neue wirtschaftliche Möglichkeiten für die Zukunft, auch die fehlende Sicherheit in aktuellen Krisenzeiten kann durch den Deal zumindest teilweise ausgeglichen werden. Australien prägt den globalen Handelsfluss zunehmend und gibt Europa die Möglichkeit, die Abhängigkeit von den USA zu verringern. „Ein Abkommen mit Australien ist praktisch ein Tor zum CPTPP-Netzwerk und bietet eine viel größere Chance für europäische Unternehmen“, erklärte Holger Görg vom Kieler Institut für Weltwirtschaft. Beim CPTPP-Netzwerk handelt es sich um eines der größten Freihandelsabkommen der Welt, das 12 Länder im asiatisch-pazifischen Raum miteinander verbindet.

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Darüber hinaus verfügt Australien über die viertgrößten Reserven an Seltenen Erden weltweit. Insbesondere Lithium spielt hier eine zentrale Rolle, denn Australien ist der größte Lithiumproduzent der Welt. „Was in den letzten zwei Jahren deutlich geworden ist, ist, dass wir uns in Bezug auf kritische Rohstoffe niemals zu sehr von anderen Partnern abhängig machen sollten“, erklärt Görg weiter. Es gibt bereits seit dem Jahr 2022 ein Abkommen zwischen der Europäischen Union und Australien. Das neue EU-Handelsabkommen soll Zölle abbauen und die Wirtschaft beider Parteien stärken.

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Eine Milliarde einsparen: Wer wird von der neuen Vereinbarung profitieren?

Zwischen der EU und Australien werden insbesondere Rohstoffe, Chemikalien und Maschinen gehandelt. Dank der neuen Vereinbarung wird Australien fast alle Zölle auf EU-Waren abschaffen. Europäische Unternehmen können so rund eine Milliarde Euro im Jahr einsparen. Am meisten profitieren werden die Chemiebranche und der Maschinenbau. Die EU-Kommission rechnet mit einer Steigerung der Exporte nach Australien um bis zu 33 Prozent. Zudem sollen Importe von Fahrzeugen vereinfacht und die Steuer auf Luxusautos überarbeitet werden.

Darüber hinaus werden nahezu die gesamten EU-Zölle auf australische Agrarexporte abgeschafft. Die EU importiert aus Australien außerdem insbesondere Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Wasserstoff und Seltene Erden. Auch hier werden die Zölle gesenkt. Nun müssen rechtliche Details ausgearbeitet werden, damit das EU-Handelsabkommen endgültig unterzeichnet und von den Parlamenten ratifiziert werden kann. Dieser Prozess wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. Erst dann werden Unternehmen von den Auswirkungen profitieren.