Weniger Krankengeld? Krankenversicherungs-Reform soll kommen

Eine Expertenkommission hat 66 Vorschläge vorgelegt, um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich zu senken. Doch welche Folgen hätte eine Reform für Patienten?
Weniger Krankengeld? Krankenversicherungs-Reform soll kommen
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Eine Expertenkommission hat kürzlich insgesamt 66 Maßnahmen erarbeitet, um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung zu senken. Im kommenden Jahr sollen so bis zu 42 Milliarden Euro eingespart werden. Doch was würden die Änderungen für Patienten bedeuten?

Die Vorschläge der von der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken angestoßenen Expertenkommission betreffen nicht nur Patienten, sondern auch Kliniken, Arztpraxen und den Bund. Unter anderem wurde vorgeschlagen, die kostenlose Mitversicherung eines Ehe- oder Lebenspartners abzuschaffen. Sie soll lediglich eine Option für Eltern mit Kindern unter sechs Jahren bleiben. Allein durch diese Maßnahme könnten den Experten zufolge 3,5 Milliarden Euro eingespart werden.

Porträt der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken
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66 Maßnahmen: Was sich bei der gesetzlichen Krankenversicherung ändern könnte

Auch dem Krankengeld könnte es an den Kragen gehen. Allein im Jahr 2025 zahlten die gesetzlichen Krankenversicherungen in diesem Zusammenhang 21,6 Milliarden Euro. Die Kommission schlägt deshalb vor, dass Betroffene künftig statt 70 Prozent des Bruttogehalts oder bis zu 90 Prozent des Nettogehalts jeweils fünf Prozentpunkte weniger erhalten sollen. Auch höhere Zuzahlungen werden diskutiert. Seit dem Jahr 2004 zahlen Patienten in Apotheken beispielsweise fünf oder zehn Euro für bestimmte Medikamente. Die Zuzahlungsgrenze könnte im Rahmen der Reform um 50 Prozent angehoben werden.

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Höhere Zuzahlungen und die Einführung einer Zuckersteuer

Eine solche Maßnahme würde für Patienten deutlich teurer werden, denn es wären Zuzahlungen in Höhe von maximal 15 Euro fällig. Zu den weiteren Vorschlägen zählt die Minderung des Zuschusses für Zahnersatz sowie der allgemeine Verzicht auf Leistungen für homöopathische Mittel. Zudem sprechen sich die Experten für eine Erhöhung der Tabaksteuer und der Alkoholsteuer aus. Die Debatte um die Erhebung einer Zuckersteuer auf Getränke wurde ebenfalls neu entfacht. Allerdings handelt es sich bei dem Bericht vorerst lediglich um Vorschläge. Es liegt in den Händen der Bundesregierung, welche dieser Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden und welche nicht.

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