Insgesamt 40 Jahre sind seit der nuklearen Katastrophe von Tschernobyl vergangen. Sogar in Deutschland ist die Strahlenbelastung heute noch messbar, allerdings gilt sie als ungefährlich für die Gesundheit. Die Sperrzone in der Ukraine bleibt auch weiterhin unbewohnbar.
Eine Krankenschwester erlebte das Unglück damals hautnah mit. Lyudmila Dzhulai arbeitete in einem Krankenhaus in Prypjat, als sich die Explosion in Block 4 des Kernkraftwerks ereignete. Sie gehörte zu den Ersthelferinnen, die auch die Feuerwehrleute versorgten. „Ich rannte den Flur entlang und es fühlte sich an, als würde sich der Boden bewegen. Ich riss es ab, und ein Schwall Blut schoss aus meinem Mund“, berichtet der Feuerwehrchef Petr Khmel in der Dokumentation „Tschernobyl: Die ersten 48 Stunden“.

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Auch Lyudmila sprach über die furchtbare Nacht und die Symptome, unter denen die Betroffenen litten. „Sie wurden mit roten und verbrannten Gesichtern hierher gebracht. Strahlenverbrennungen sind keine thermischen Verbrennungen, es bilden sich keine Blasen“, erklärt die Krankenschwester. Das Symptom, welches sie beobachtete, nennt sich auch „nukleare Bräune“. „Das Gesicht ist einfach purpurrot, ja sogar bordeauxrot.“ Oft steht der Tod dann unmittelbar bevor. Bei einer Strahlenvergiftung dringen die Gamma- und Betateilchen in die Zellen und die DNA ein und verursachen schließlich den Zerfall.
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Die freien Radikale zerstören die oberste Hautschicht, was schließlich zu dem besagten Phänomen führt. Am deutlichsten konnte man die Verfärbung in den Gesichtern der Feuerwehrleute beobachten. Oft fühlten sich die Betroffenen kurzzeitig besser, bevor sie schließlich verstarben. Bei der Explosion starben damals 31 Menschen. Die UNO prognostizierte im Jahr 2005, dass die Auswirkungen der Strahlenbelastung dazu führen werden, dass letztendlich jedoch der Tod von 4.000 Menschen auf die Katastrophe zurückzuführen sein werden.
