Der theoretische Physiker Stephen Hawking ist für vieles bekannt, unter anderem für seine Arbeit zu Schwarzen Löchern und dem Ursprung unseres Universums. Dazu kommt ein bekanntes Zitat: „Ich denke nicht, dass die Menschheit die nächsten tausend Jahre überlebt, es sei denn, wir breiten uns ins Weltall aus“. Das hat er im Jahr 2016 gesagt und damals schien das düstere Zukunftsszenario, das er damit malte, weit weg.
Heute – nicht tausend, sondern erst zehn Jahre später – scheint die Warnung allerdings bereits recht aktuell zu sein. Das legt zumindest ein Blick auf die berüchtigte Weltuntergangsuhr nahe. Dabei handelt es sich um eine Erfindung der Zeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“ (BAS), auf Deutsch „Berichtsblatt der Atomwissenschaftler“. Die Uhr sowie die darauf gezeigte Zeit sind rein symbolischer Natur und sollen das Risiko einer globalen Katastrophe greifbarer machen.
Das Projekt wurde bereits 1947 ins Leben gerufen. Damals zeigte die Uhr im Übrigen sieben Minuten vor zwölf, in Anlehnung an die bekannte Redewendung „fünf vor zwölf. Am günstigsten stand die Weltuntergangsuhr im Jahr 1991 nach dem Ende des Kalten Krieges. Damals zeigte sie 17 Minuten vor zwölf an. Das ist eine Anzeige, von der bereits der inzwischen verstorbene Stephen Hawking und die heutige Menschheit erst recht nur träumen können. Denn noch nie war der Zeiger so dicht an der Zwölf, wie im Moment.

Stephen Hawkings Warnung hat damals wie heute Bestand
Zu Beginn des Jahres, am 27. Januar, wurde die Uhrzeit nämlich einmal mehr vorgestellt. Jetzt stehen die Zeiger bei 85 Sekunden vor zwölf. Das soll ausdrücken, wie viele Krisen aktuell global gesehen aufeinander treffen. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, die sich teilweise gegenseitig bedingen und verstärken. Eine wesentliche Komponente ist der Klimawandel, der extreme Wetterereignisse verschärft und dadurch verschiedene Kettenreaktionen auslöst.
Dazu kommen Desinformation und technologische Risiken, unter anderem durch Künstliche Intelligenz und autonome Waffensysteme, mit deren rasend schneller Entwicklung ordnende Regularien nicht mithalten können. Das sind eher neuere Entwicklungen, eine wesentliche Komponente spielte allerdings schon zu Zeiten von Stephen Hawking eine wichtige Rolle: die atomare Aufrüstung. Nach dem bereits erwähnten Ende des Kalten Krieges schien das Thema in weite Ferne gerückt. Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen und beendeter Atomabkommen eröffnen aber neue Szenarien atomarer Auseinandersetzungen.
Unter diesen Gesichtspunkten scheint der zweite Teil von Stephen Hawkings Zitat noch einmal in neuem Licht, in dem der Physiker auf die Möglichkeiten des Weltraums verweist. Mit dieser Meinung ist er nicht alleine; nicht nur Elon Musk plant eine Expansion und eine Erschließung des Alls. Das könnte auch nach Meinung von Expertinnen und Experten etwa die drohenden Energieprobleme zusammen mit zahlreichen weiteren Problematiken lösen. Dennoch mahnen Fachleute, dass das kein Grund sei, um nicht alles zu tun, um die Erde als lebenswerten Ort zu erhalten.
