Rattengift in Hipp-Gläschen: Polizei sucht vergiftete Babynahrung

Unbekannte Kriminelle erpressen den Hersteller Hipp und mischen Rattengift in Babynahrung. Während in Deutschland Entwarnung gegeben wird, sucht die Polizei im Ausland nach dem letzten manipulierten Glas.
Rattengift in Hipp-Gläschen: Polizei sucht vergiftete Babynahrung
picture alliance

In mehreren Ländern sucht die Polizei aktuell nach vergifteter Babynahrung. Der Hersteller Hipp wird von Kriminellen erpresst, die mehreren Gläschen Rattengift zugesetzt haben. Ein letztes Glas soll noch in Umlauf sein. Betroffen ist insbesondere das Nachbarland Österreich.

Mittlerweile hat die Polizei die Suche aber auch auf Ungarn ausgeweitet, denn vor Ort „arbeiten viele ungarische Staatsbürger“, die auch in Österreich einkaufen. „Die Gläser wurden vor Verzehr sichergestellt. Ein manipuliertes Glas könnte in Österreich mutmaßlich noch im Umlauf sein“, erklärte das Polizeipräsidium Oberbayern Nord. Es wurden aber auch manipulierte Gläschen in der Slowakei und in Tschechien entdeckt.

Hipp-Chef hält Babynahrung und Karotten in der Hand
picture alliance

„Krimineller Eingriff“: Unbekannte mischen Rattengift in Hipp-Gläschen

In insgesamt fünf Exemplaren der Marke Hipp hat man das Rattengift nachgewiesen. Die Erpresser fordern zwei Millionen Euro von dem Hersteller. In einer Droh-Mail kündigten die Kriminellen an, Babynahrung zu vergiften, wenn das Geld bis zum 2. April nicht eingeht. Doch die Nachricht wurde erst zwei Wochen nach Ablauf der Frist im Postfach des Konzerns entdeckt. Vor einer Woche stellte sich heraus, dass sich in dem getesteten Glas der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ in Österreich 15 Mikrogramm des Giftes befanden. Wie gefährlich diese Dosis für Babys ist, soll nun untersucht werden.

Anzeige

Worauf Eltern achten sollten:

  • Der Glasboden: Achten Sie auf Markierungen. Manipulierte Gläser sind nach aktuellem Stand mit einem weißen Sticker (roter Kreis) gekennzeichnet.
  • Der Deckel-Test: Beim ersten Öffnen muss ein deutliches „Knack“-Geräusch zu hören sein. Fehlt dieses Vakuum-Geräusch, wurde das Glas bereits geöffnet.
  • Der Sicht-Check: Verwenden Sie keine Gläser mit beschädigtem Deckel oder sichtbaren Manipulationen am Verschluss.
  • Der Geruchs-Test: Entsorgen Sie das Produkt sofort, wenn der Inhalt ungewöhnlich oder verdorben riecht.

Drei Länder betroffen: Hipp gibt Entwarnung für Deutschland

Die Polizei erklärte, dass es sich um einen „externen, kriminellen Eingriff“ handelt. Produkte in Deutschland sind von der Rückrufaktion allerdings nicht betroffen, heißt es in einem offiziellen Statement des Herstellers. Wer jedoch in Österreich eingekauft hat, sollte aufmerksam sein. „Manipulierte Gläser sind nach bisherigem Kenntnisstand am Glasboden mit einem weißen Sticker mit rotem Kreis gekennzeichnet“, heißt es weiter. Außerdem sollte beim Öffnen ein „Knack“-Geräusch zu hören sein. Bei einem bereits geöffneten oder beschädigten Deckel sollte die Babynahrung auf keinen Fall verzehrt werden.