„Feuerball“ über Deutschland: Meteorit beschädigt Haus

Sonntagabend konnten zahlreiche Menschen einem seltenen Spektakel zuschauen: einem Meteoritenabsturz. Dabei kam es allerdings auch zu Schäden.
„Feuerball“ über Deutschland: Meteorit beschädigt Haus
Shutterstock / Triff

Wer in Westdeutschland oder an der Grenze der Nachbarstaaten wohnt und am Sonntagabend in den Himmel geschaut hat, konnte Zeuge eines ungewöhnlichen Vorfalls werden. Dabei beschrieben Augenzeugen einen „Feuerball“ oder auch „Feuerblitz“ am Himmel, der eine sichtbare Spur hinter sich herzog. Dahinter steckt ein seltener Meteoritenabsturz, der spektakulär aussieht, allerdings unter Umständen gefährlich werden kann.

Das zeigte sich in Ansätzen auch am Sonntag, als ein Stück des Meteoriten ein Wohnhaus in Koblenz, Rheinland-Pfalz, beschädigte. Das bestätigten auch die örtlichen Behörden gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Dort heißt es: „Heute Abend kam es gegen 19.00 Uhr im Koblenzer Stadtteil Güls zum Einschlag eines verglühten Himmelskörpers in das Dach eines Wohnhauses. Es wurde niemand verletzt.“ Doch wie genau kommt es zu solchen Vorfällen?

Meteorit liegt auf braunem Untergrund
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Was ist ein Meteoritenabsturz?

Augenzeugen berichten von einem Himmelskörper, der etwa die vierfache Geschwindigkeit eines Düsenjets gehabt haben soll. Dazu gingen am Sonntagabend zahlreiche Anrufe bei der örtlichen Polizei ein. Diese konnte einen Raketeneinschlag schnell ausschließen und bestätigte schließlich den Meteoritenabsturz, genauso wie der Deutsche Wetterdienst. Bei einem Meteoriten handelt es sich um kleinere Stücke sogenannter Asteroiden.

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Dabei handelt es sich um kleinere Himmelskörper aus Gestein oder Metall, die die Sonne umkreisen. Prallt ein solcher auf seinem Weg gegen die Lufthülle der Erde, wird er in kleinere Stücke zerschlagen, die normalerweise einfach verglühen. Teilweise fallen sie aber auch auf die Erdoberfläche, wie der aktuelle Fall aus Koblenz zeigt.

Meteorit liegt auf Papiertüte auf dem Boden
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Die Gefahr durch Meteoriten ist gering

Die korrekte Bezeichnung lautet im Übrigen eigentlich Meteoriteneinschlag, was die potenziellen Gefahren auch besser aufgreift. Denn bei einem Einschlag kann sich, je nach Größe des entsprechenden Teils, eine große Wucht entfalten. Im Fall des Meteoriten in Koblenz zeigt sich etwa, dass schon ein kleines Stück ausreichte, um ein etwa fußballgroßes Loch ins Dach zu reißen und den Fußboden im darunterliegenden Schlafzimmer zu beschädigen. Zum Glück hielt sich zu diesem Zeitpunkt niemand in dem Zimmer auf.

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Grundsätzlich kommen Meteoriteneinschläge selten vor. In Deutschland ist beispielsweise zuletzt im April 2023 ein solcher Einschlag gemeldet worden, damals in Elmshorn in Schleswig-Holstein. Das größte Stück schlug damals mit einem Gewicht von 3,73 kg in den Garten einer Familie ein und gilt als schwerste Fund seiner Art seit etwa 100 Jahren.

Die potenzielle Zerstörungskraft solcher Meteoriten zeigt allerdings ein Fall aus dem Jahr 2013 aus dem russischen Tscheljabinsk. Im Februar 2013 kam es dort zu einem Einschlag, dessen Druckwelle dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zufolge mehrere tausend Gebäude beschädigt haben soll. Zahlreiche Menschen wurden damals verletzt.