Auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius haben sich mehrere Passagiere mit dem Hantavirus infiziert. Es sind bereits drei Personen verstorben. Mittlerweile befinden sich die Betroffenen in Behandlung oder in Quarantäne. Allerdings wurde am Donnerstag öffentlich, dass 29 Passagiere das Schiff bereits auf St. Helena verlassen haben.
Es wurden bereits alle Passagiere kontaktiert, damit sich das Virus nicht weiter ausbreiten kann. Der erste Fall wurde bereits am 4. Mai bestätigt. Eine Niederländerin ging von Bord, nachdem sie erfuhr, dass ihr Mann mutmaßlich an einer Infektion verstorben ist. Die Varianten des Hantavirus, die in Deutschland existieren, sorgen in der Regel nur für milde Verläufe und werden von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen.

Drei Tote durch Hantavirus: Was über den Andes-Subtyp bekannt ist
Deshalb haben sich Experten gefragt, wie es zu mehreren Todesfällen kommen konnte. Doch mittlerweile ist klar, dass es sich um den Andes-Typ des Virus handelt. Dieser Subtyp ist gefährlicher, weist eine höhere Todesrate auf und kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Er stammt zumeist von Ratten und wurde bisher in den argentinischen Provinzen Chubut, Río Negro, Neuquén und im Süden von Chile registriert.
Nun wurde dieser Andes-Typ bei einem Briten nachgewiesen, der auf der Intensivstation behandelt wird und zuvor auf der Hondius reiste. Am Mittwoch ging die WHO von insgesamt sieben Erkrankungsfällen aus. Ob bei den anderen Patienten ebenfalls der Andes-Typ für die Infektionen verantwortlich ist, haben die Behörden noch nicht bekanntgegeben. „In Deutschland und Europa treten vor allem sogenannte Alte-Welt-Hantaviren auf, insbesondere Puumala- und Dobrava-Belgrad-Viren“, erklärte Dr. Roland Schwarzer. Diese gelten im Vergleich zum Andes-Typ als weniger letal. Der Subtyp kann außerdem das sogenannte Hantavirus-induzierte kardiopulmonale Syndrom verursachen.
Mehr dazu: Hantavirus-Ausbruch - Drei Menschen sterben auf Kreuzfahrtschiff
Doch man könne laut Schwarzer noch nicht sicher davon ausgehen, dass auf dem Schiff eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung stattgefunden hat. Dazu müssen weitere Untersuchungen folgen. Denn normalerweise ist ein intensiver, andauernder und enger Kontakt nötig. Deshalb geben Mediziner Entwarnung, denn eine weitere Ausbreitung auch in Europa gilt aktuell als unwahrscheinlich. Es handelt sich laut Dr. Martin Eiden um einen „seltenen und lokal begrenzten Vorfall“.
