Forscher warnen vor Sturmfluten: Wieso Überschwemmungen immer häufiger werden

Früher sprach man von einem Ereignis, das nur alle 100 Jahre eintritt. Heute drohen Sturmfluten deutlich öfter. Ein Bremer Forscher erklärt den beunruhigenden Zusammenhang.
Forscher warnen vor Sturmfluten: Wieso Überschwemmungen immer häufiger werden
JoergHoffmann/Shutterstock

In zahlreichen europäischen Ländern wechseln sich momentan Hitzewellen mit teils heftigen Unwettern ab. Immer wieder kommt es zu tennisballgroßen Hagelschauern oder sogar zu Überschwemmungen. Forscher warnen, dass auch Sturmfluten in Zukunft vermehrt zum Problem werden können.

Was früher als Jahrhundertereignis galt, wird mittlerweile alle acht Jahre erwartet. In einer neuen Studie wurden Meeresereignisse seit 1900 untersucht. Im Mittelpunkt der Forschungen stand auch der Klimawandel und die menschlichen Auswirkungen auf Überschwemmungsereignisse, erklärte das Team, zu dem unter anderem Prof. Ben Marzeion von der Universität Bremen gehört.

Überschwemmung in Hamburg
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„Der Faktor zwölf ist sehr beunruhigend. Er zeigt, wie stark schon ein moderater Meeresspiegelanstieg die Häufigkeit von Sturmfluten und extremen Wasserständen verändern kann“, erklärt Prof. Marzeion. Bei der Berechnung handelt es sich um einen statistischen Mittelwert. Auch ein sogenanntes Jahrhundertereignis tritt nicht exakt alle 100 Jahre auf, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Sturmflut oder extremen Wasserständen kommt, ist alle 100 Jahre erhöht. Das Ergebnis zeigt, dass der Mensch schon seit den 1960er Jahren der dominante Treiber für die untersuchten Ereignisse ist.

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Der Mensch ist ein Faktor unter vielen. Aber unsere Studie zeigt: Der menschengemachte Meeresspiegelanstieg ist heute der wichtigste Grund für die Zunahme solcher Extremereignisse“, heißt es weiter. Das „Ausmaß des menschengemachten Meeresspiegelanstiegs“ sei jedoch „nach wie vor nur unzureichend bestimmt“. Zur letzten schweren Sturmflut an der gesamten Nordseeküste kam es im Dezember 2013. In den vergangenen 100 Jahren ist der Meeresspiegel der Nordsee um 20 Zentimeter angestiegen.

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„Viele Menschen unterschätzen, was 20 Zentimeter Meeresspiegelanstieg bedeuten. Bei einer Sturmflut kommen diese 20 Zentimeter nicht nur einfach oben drauf – sie verschieben die gesamte Ausgangslage“, erklärt Prof. Marzeion. Die neuen Daten sollen unter anderem dabei helfen, den Küstenschutz weiter zu verbessern.