Am 9. August 2024 verunglückte ein Passagierflugzeug in Brasilien im Bundesstaat São Paulo. Alle 58 Passagierinnen und Passagiere starben dabei, genau wie die vier Crew-Mitglieder. Nachdem die Maschine damals plötzlich an Höhe verlor, krachte sie nach einem Taumel-Flug in eine Wohnanlage in der Kleinstadt Vinhedo.
Die anschließende Auswertung des Flugschreibers durch die brasilianische Behörde für die Untersuchung und Vermeidung von Flugunfällen (Cenipa) legte nahe, dass es ein Problem mit dem Enteisungssystem der Maschine gab. Nun berichten Medien über neue Entwicklungen in dem Fall.
Abgestürztes Flugzeug hätte wohl nie starten dürfen
Bei dem abgestürzten Flugzeug handelte es sich um eine zum damaligen Zeitpunkt 14 Jahre alte Maschine vom Typ ATR 72, die bei der Regional-Airline VoePass zum Einsatz kam. Eigentlich war die Maschine für Flüge unter Vereisungsbedingungen zugelassen und auch die beiden Piloten hatten eine entsprechende Ausbildung absolviert. Dennoch kam nach dem Absturz schnell der Verdacht auf, dass Eisbildung auf den Tragflächen den Auftrieb der Maschine beeinträchtigt und so zu dem Unfall beigetragen haben könnte.
Die Daten des Flugschreibers untermauerten diese Theorie anschließend. So wurde ein Gespräch aufgezeichnet, in dem die Besatzungsmitglieder über ein Problem mit dem Enteisungssystem gesprochen haben. Zudem ging aus den Aufzeichnungen hervor, dass das System des Fliegers zuvor schon häufiger ausgefallen war. Daran anschließend wurde vor allem die Frage relevant, ob diese Probleme vor dem Start abzusehen waren und ob der Flugzeugabsturz entsprechend hätte verhindert werden können.
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Polizei verhaftet 16 Airline-Mitarbeiter
Wie jetzt die „Bild“-Zeitung berichtet, gab es mehrere Verhaftungen in dem Fall. Insgesamt hat die brasilianische Bundespolizei offenbar 16 aktuelle beziehungsweise ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Airline festgenommen, darunter auch José Luiz Felicio Filho, Eigentümer und Präsident von VoePass. Die Airline musste im Übrigen ein Jahr nach dem Absturz Insolvenz anmelden.
Die Polizei wirft den Verhafteten vor, technische Mängel nicht in den Wartungsprotokollen der Flugzeuge dokumentiert zu haben. Außer der schließlich abgestürzten Maschine hätten zudem noch andere Flugzeuge der Airline ähnliche Probleme mit dem Enteisungssystem gehabt. Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob gegen die Verhafteten Anklage erhoben wird.
