Döner für 10 Euro: Imbiss hebt die Preise an und kassiert Shitstorm – „Extrem unverschämt“

Ein Imbiss in NRW hebt die Preise für seine Döner an und durchbricht die 10-Euro-Schallmauer. Das Echo in den Sozialen Medien ist groß.
Döner für 10 Euro: Imbiss hebt die Preise an und kassiert Shitstorm – „Extrem unverschämt“
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„Salat alles und scharfe Soße bitte“ – der Döner gehört zu den beliebtesten Imbissgerichten der Deutschen. Die Industrie dahinter ist ein Milliarden-Geschäft, das viele tausend Menschen beschäftigt und es gibt detaillierte Berechnungen, wie viele Dönerläden auf wie viele Einwohnerinnen und Einwohner kommen. Entsprechend groß ist das Interesse an den gängigen Preisen für das beliebte Gericht.

Und die kennen seit Jahren nur eine Richtung: aufwärts. Kostete der Döner etwa vor zwei Jahren im Schnitt noch 7 Euro, ist der Preis seitdem je nach Region nur ein bisschen oder deutlicher geklettert. Als magische Grenze galt dabei bisher die 10-Euro-Marke, die bisher nur von besonderen Angeboten im Luxussegment gerissen wurde. Jetzt hat allerdings ein ganz normaler Imbiss in Neuss seine Preise angehoben. Seit Januar kostet der Döner dort statt der bisherigen 8,50 Euro eben 10 Euro. Die Reaktionen sind mitunter deutlich.

Gänzlich überraschend kommt die Preiserhöhung dabei offenbar nicht. Schon länger wird eine Debatte über die Dönerpreise geführt. Und auch der Besitzer des entsprechenden Ladens prophezeite laut der „Rheinischen Post“ bereits im vergangenen Jahr, die Preise entsprechend anheben zu müssen. Als Grund nennt er die generellen Preisentwicklungen, die dafür sorgen würden, dass alles teurer geworden sei – von den Lebensmitteln über Energie bis hin zu Personal. Vor allem beim Fleisch seien die Kosten explodiert. Habe das Kilo vor zwei Jahren noch 6,50 Euro gekostet, liege der Preis nun bei 14,90 Euro. Dabei bringe die Mehrwertsteuersenkung gerade in diesem Bereich wenig, da Imbiss-Buden in der Regel „außer Haus“ verkaufen; hier galten schon vorher die geringeren 7 Prozent.

Dönerfleisch wird in Brot gelegt
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Qualität hat ihren Preis: Sind die hohen Dönerpreise gerechtfertigt?

Fertig gedrehte Fleischspieße kosten zwar weniger. Allerdings gibt es diesbezüglich immer wieder Kritik an der Qualität, versteckten Inhaltsstoffen und irreführenden Bezeichnungen. Hätte er seine Preise halten wollen, hätte er entsprechend in der Qualität deutlich zurückschrauben müssen, erklärt der Besitzer des Dönerladens, der seine Preise angehoben hat. Erdogan Koc, Pressesprecher beim Verband der Dönerproduzenten, hat nicht nur Verständnis für die Preiserhöhung. Er sagt sogar: „Zehn Euro sind das Minimum, was ein Döner kosten sollte.“ Und er verweist darauf, dass in einigen Bundesländern wie Baden-Württemberg ein guter Döner bereits gut und gerne 12 oder 13 Euro kosten könne.

Die Reaktionen der Kundinnen und Kunden vor Ort in Neuss fallen offenbar gespalten, aber durchaus positiv aus. Einige würden dabei Verständnis zeigen, andere hätten die Preise hingegen als „frech“ bezeichnet. Im Netz fallen die Reaktionen naturgemäß noch stärker aus. So kommentiert ein Facebook-Nutzer: „Ich finde die Preise schon lange extrem unverschämt.“ Andere Kommentare wie „Da bin ich raus“ oder „Wird nicht mehr gekauft“ gehen in eine ähnliche Richtung.

Es gibt aber auch hier verständnisvolle Stimmen, die den Zusammenhang zu den Preissteigerungen an anderer Stelle hervorheben. Eine Nutzerin fasst dabei zusammen: „Ich esse lieber ab und an einen Döner, der gute Qualität hat und zahle dafür 10 Euro, statt eine Drehspieß-Tasche, wo alles nach Industrie und gleich schmeckt für die Hälfte.“ Zudem wird mehrfach darauf verwiesen, dass etwa die vegetarischen Produkte des Imbiss-Ladens nicht teurer geworden seien.