Gleich mehrere Studien, wie beispielsweise eine Untersuchung von ElitePartner aus dem Jahr 2020, zeigen, dass Frauen tendenziell häufiger fremdgehen als früher. Es zeichnet sich ein Unterschied zu den letzten Jahrzehnten ab, der dafür sorgt, dass diese Entwicklung hinterfragt wird. Denn Frauen entscheiden sich zumeist aus anderen Gründen für einen Seitensprung als Männer.
Auch in den sozialen Medien hat diese Entwicklung für eine Diskussion gesorgt. Insbesondere, weil es auch beim Dating klare Änderungen gibt. Die Singles wünschen sich, dass offen über Sexualität gesprochen wird, dass es kein „cooles Posing“ mehr gibt und auch, dass materielle Dinge, wie ein teures Auto oder das neueste Smartphone, keine große Rolle mehr spielen.

Anders als bei Männern: Deshalb entscheiden sich Frauen für einen Seitensprung
Es soll klare Gespräche über die Erwartungen, Wünsche und Grenzen geben. Das zeigt unter anderem eine aktuelle Tinder-Umfrage. Dass Frauen eine Affäre beginnen oder sich für einen Seitensprung entscheiden, hängt oft damit zusammen, dass sie in der Beziehung unglücklich sind. Während bei Männern die Neugier auf ein sexuelles Abenteuer am wichtigsten ist, neigen Frauen dazu, fremdzugehen, wenn sie sich beispielsweise unverstanden und nicht gehört fühlen. Ein Grund, aus dem sie sich eine andere Wahrnehmung und Offenheit schon in der Kennenlernphase wünschen.
Einige Frauen berichten, dass sie in ihre Beziehung viel Energie gesteckt haben. Sie versuchten den Alltag zu meistern und auch Konflikte zu lösen. Doch sie haben das Gefühl, dass ihre Bemühungen nicht zurückfließen und sie fühlen sich nicht mehr verstanden. Taucht dann eine andere Person auf, die ihnen zuhört, entsteht eine emotionale Bindung, die schließlich in einen Seitensprung oder eine körperliche Verbindung münden kann. Frauen suchen also häufiger Nähe, Geborgenheit und Bestätigung, während es Männern eher um ihre sexuelle Wünsche geht.
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Ist die Beziehung für immer verloren? Das sagen Experten
„Bei Frauen ist der Impuls des Fremdgehens in den seltensten Fällen von einem sexuellen Defizit ausgelöst, sondern am häufigsten von einem Defizit an Aufmerksamkeit, Gesprächen und Zweisamkeit“, erklärte auch die Beziehungsexpertin Sigrid Sonnenholzer. Zudem spielen Dating-Apps eine Rolle bei der Entwicklung. Die Hemmschwelle sinkt und online entwickeln sich Affären viel schneller als früher, wo noch ein Besuch in der Bar notwendig war, um jemanden kennenzulernen. Doch Experten sagen auch, dass es durchaus möglich ist, die Beziehung nach einem Seitensprung noch zu retten.
„Ein Treuebruch muss nicht das Ende einer Beziehung sein. Wenn beide grundsätzlich die Beziehung weiterführen möchten, ist es möglich, einen Treuebruch zu verarbeiten“, erklärt Paartherapeutin Christina Glasow. Man sollte ein offenes Gespräch suchen oder professionelle Hilfe beanspruchen, um wieder zusammenfinden zu können.
