Forscher decken Krebsrisiko durch langes Sitzen auf

Ob im Büro, im Auto oder auf dem Sofa; wer viel sitzt, riskiert seine Gesundheit. Eine aktuelle Studie der University of Glasgow zeigt, wie stark langes Sitzen mit einem erhöhten Krebsrisiko korreliert. Doch schon kleine Bewegungseinheiten können einen Unterschied ausmachen.
Forscher decken Krebsrisiko durch langes Sitzen auf
Antonio Guillem/Shutterstock

Eine neue Studie zeigt, wie ungesund langes Sitzen wirklich sein kann. Forscher stellten einen Zusammenhang zwischen langem Sitzen im Auto, auf der Couch oder dem Bürostuhl und dem Anstieg des Krebsrisikos fest. Die Experten der University of Glasgow analysierten zu diesem Zweck die Daten von über 91.000 Menschen.

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Die Informationen stammten von Teilnehmern der UK Biobank und die Ergebnisse wurden im Fachjournal PLOS Medicine publiziert. Es ging allerdings nicht nur um die sitzende Tätigkeit an und für sich, sondern auch um die Frage, inwieweit die Dauer und etwaige Unterbrechungen den Effekt verändern können. Die Forscher kamen zu überraschenden Ergebnissen.

Symbolbild Krebsrisiko und langes Sitzen
Impact Photography/Shutterstock

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Krebsrisiko und langem Sitzen

Im Rahmen der Untersuchungen trugen die Teilnehmer sieben Tage lang einen Sensor am Handgelenk. Zunächst hat man sich eine Sitzphase von 30 Minuten genauer angesehen. Als lange Sitzphase wurden 30 Minuten definiert, in denen es zu 90 Prozent keine größeren Bewegungsmomente gab. Kam es in mehr als 10 Prozent der Zeit zu Bewegungsunterbrechungen, wurde die Phase nicht mehr als lange Sitzphase gewertet. Diese Phasen nahmen die Forscher im Laufe des Tages unter die Lupe und kamen zu dem Ergebnis, dass jede zusätzliche Stunde in langen, ununterbrochenen Sitzphasen das relative Krebssterblichkeitsrisiko um etwa neun bis zehn Prozent erhöhen kann.

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Unterbrechungen der Sitzphasen können einen Unterschied machen

Wer 30 Minuten sitzt, muss zwar nicht gleich befürchten, krank zu werden, doch das Gesamtbild ist entscheidend. Wenn man viele Stunden ohne Unterbrechung in einer sitzenden Position verbringt, schadet man der Gesundheit. Wer hingegen seine Sitzzeit häufiger unterbrach, also lange Sitzblöcke in stückweise Phasen mit Bewegung aufteilte, wies ein um 19 Prozent geringeres Krebssterblichkeitsrisiko auf als Personen, die durchgehend saßen. Demnach hängt neben Übergewicht und Diabetes auch das Krebsrisiko mit sitzenden Tätigkeiten zusammen. Doch die Unterbrechungen können einen Unterschied machen. Denn „auch die Art, wie sich diese Zeit ansammelt, könnte für das Krebsrisiko wichtig sein“, heißt es in der Studie.

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Wie häufig man zwischendurch aufstehen sollte, fanden die Forscher allerdings nicht heraus. Fest steht jedoch: Je häufiger man sich bewegt, desto besser. Schon einfache Haushaltstätigkeiten zählen als Bewegung. Wer also im Homeoffice sitzt, kann sich etwas Gutes tun, indem er zwischendurch zum Staubsauger greift. Ein intensives Workout ist natürlich noch effektiver. Den Experten zufolge sinkt durch fünf Minuten starke Belastung, die gegen fünf Minuten Sitzen ausgetauscht wurden, das Risiko für einen Tod durch Krebs um bis zu 22 Prozent.