Fast jeder wird schonmal im Urlaub schlecht geschlafen haben. Insbesondere in der ersten Nacht im Hotelzimmer oder dem Ferienhaus wird sich von einer Seite zur anderen gewälzt. Dieses Phänomen hat sogar einen Namen und heißt „First Night Effect“.An Schlaf ist also erstmal gar nicht zu denken. Doch woran liegt das?
Tatsächlich handelt es sich um einen evolutionär bedingten Sicherheitsmechanismus, der sich bei jedem anders äußert. Manche Menschen merken kaum etwas davon, während andere nur wenige Stunden schlafen, sich morgens ausgelaugt fühlen oder mit einer gestörten REM-Phase zu kämpfen haben. In unbekannten Umgebungen mussten Menschen vor tausenden von Jahren wachsam sein. Genau das äußert sich heute immer noch im „First Night Effect“.

Warum im Urlaub? Das steckt wirklich hinter dem „First Night Effect“
Besonders betroffen sind Personen, die sowieso schon an Schlafstörungen leiden, ängstliche Menschen, die stressanfälliger sind oder auch Senioren und Kinder. Bei ihnen kann das Gehirn nicht richtig herunterfahren. Meistens wird die Schlafqualität aber in der zweiten Nacht schon deutlich besser. Kinder und Senioren achten jedoch noch mehr auf ihre gewohnte Umgebung und bestimmte Abläufe. Wenn diese gestört werden, können sie sich nicht richtig entspannen. Personen, die stressanfälliger sind, kämpfen in neuen Umgebungen sowieso mit einer erhöhten Herzfrequenz und einem erhöhten Cortisolspiegel.
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Diese Maßnahmen können gegen den Schlafmangel helfen
Doch es gibt Möglichkeiten, sich auf diese Situation vorzubereiten. Eine Auswertung von mehreren Studien hat bestätigt, dass tatsächlich insbesondere die erste Nacht von den Schlafproblemen betroffen ist. Deshalb sollte man sich vorbereiten. Der Psychologe Robin Hoffman vom IFBG Konstanz erklärt, dass es helfen kann, wenn man für eine vertraute Atmosphäre sorgt. Dazu kann man beispielsweise bekannte Gerüche nutzen oder aber auch vertraute Gegenstände, die man auf dem Nachttisch platziert. Das Reisen mit dem eigenen Kopfkissen kann ebenfalls einen großen Unterschied machen. Auch die Zubettgehroutine sollte im Urlaub beibehalten werden, damit sich der Körper nur noch auf wenige Details einstellen muss. Damit alles so stressfrei wie möglich abläuft, sollte man die Reise zuvor bestmöglich durchplanen. Durh diese Maßnahmen lässt sich der Effekt tatsächlich abschwächen.

