Ausgelöst durch die weltweite Ausbreitung des COVID-19-Erregers sagte Bill Gates in einem Interview, dass es sich um eine Pandemie handelt, wie sie nur einmal pro Jahrhundert vorkommt. Schon vor COVID hat es weltweite Bedrohungen durch Pandemien gegeben, beispielsweise die spanische Grippe von 1918, die zwischen 20 und 50 Millionen Todesopfer forderte. Schätzungen gehen bis in die 100 Millionen Opfer. Gemessen an der damaligen Weltbevölkerung von 1,8 Milliarden Menschen war sie erheblich tödlicher als COVID. Ihre Letalität betrug 5-10% während bei COVID weltweit lediglich 1% gemessen wird.
Wir sehen also, dass es bereits schlimmer kam und auch wieder schlimmer kommen könnte. Gegen Bakterien stehen den Menschen eine Vielzahl unterschiedlicher Antibiotika zur Verfügung, während es sich bei den Viren ganz anders verhält. Für sie gibt es keine generelle Lösung und in vielen Fällen bisher noch überhaupt keine. Hier kommen die 10 tödlichsten Viren der Welt, gemessen an ihrer Letalität und unbenommen auf die Auswirkungen auf die Menschheit.
10. Dengue-Fieber
Auf Platz 10 kommt dieses, von bestimmten Aedes-Mücken verbreitete Fieber. Es wird in tropischen und subtropischen Regionen zu einem echten Problem, da es jährlich zwischen 50 und 100 Millionen Menschen befällt. Es erzeugt unerträgliche Schmerzen in Knochen und Gelenken und wird auch Knochenbrech-Fieber genannt. Aktuell leben circa 2 Milliarden Menschen in Dengue-Regionen.
9. KFD-Virus
In einem Waldstück an der Südwestküste Indiens fanden Forscher 1955 das KFD-Virus. Der Erreger des Kyasanur-Wald-Fiebers wird durch Zecken übertragen. Reservoirs lassen sich nicht genau bestimmen, Forscher vermuten aber, dass Ratten, Vögel und auch Stachelschweine Wirte sein können.
Ein erkrankter Mensch leidet bei einer Infektion an starken Fieber-, Kopf- und Muskelschmerzen, die Blutungen auslösen können.
8. Machupo-Virus
Dieses Virus wird auch „schwarzer Typhus“ genannt. Eine Infektion erzeugt starkes Fieber und heftige Blutungen aus allen Körperöffnungen. Als hämorrhagisches Fieber ist es dem Junin-Virus sehr ähnlich und kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Als Reservoir dienen einheimische Nagetiere wie Ratten und Mäuse.
7. Krim-Kongo-Fieber
Der Erreger des Krim-Kongo-Fiebers ist ein Virus aus der Gruppe der Arboviren. Es wird von der Zeckenart Hyolomma übertragen und wurde erstmals 1956 in Belgisch-Kongo aus menschlichem Blut isoliert. Auch auf der Halbinsel Krim wurde der Erreger dokumentiert. Die Inkubationszeit dauert bis zum 13.Tag nach Exposition.
Nach starkem Fieber kommt es zu hämorrhagischen Schüben, die Darmblutungen sowie Bluterbrechen und Hautblutungen hervorrufen. Die Letalität beträgt 2- bis 50 Prozent.
6. Junin – Fieber
Das argentinische Junin-Fieber wird ausgelöst durch einen Mammarena-Virus. Es erzeugt Bindehautentzündungen, Sepsis und ebenfalls Hautblutungen. Besonders tückisch ist, dass die Symptome oft sehr unspezifisch sind, sodass der Patient kaum zielgerichtet behandelt werden kann. Die Todesrate beträgt zwischen 15- und 30%.
5. Lassa Fieber
Dieses Fieber wird von Ratten übertragen. In Nigeria wurde der erste Fall dieser Erkrankung dokumentiert. Es erzeugt Kopfschmerzen, grippeähnliche Zustände und Fieber bis 40 Grad Celsius.
Es kommt zu fleckigem Ausschlag, während die Hals-Lymphknoten stark geschwollen sind. Auch hier kommt es zu Blutungen. Die Prognose ist ungünstig. Letalität zwischen 50- und 90%.
4. Vogelgrippe
Das H5N1–Virus wurde öfter in der internationalen Presse erwähnt. Menschen infizieren sich durch engen Kontakt zu Geflügel. Die meisten Fälle traten daher in Asien auf. Der Influenza A-Virus erzeugt nach einer Inkubation von bis zu 14 Tagen grippeähnliche Symptome.
Im Verlauf kommt es zu respiratorischen Problemen wie Lungenentzündung und allgemeiner Atemnot. Die Exposition erfolgt ausschließlich durch den Kontakt zu erkrankten Tieren. Bei Ansteckung liegt die Letalität bei bis zu 70%.
3. Hanta
Das Hanta-Virus wurde in den Regionen von China, Korea, Osteuropa, den USA und Südamerika identifiziert. Es gibt unterschiedliche Subtypen der Erkrankung. Der Erreger wird durch den Urin und den Speichel erkrankter Nager übertragen. Über Lebensmittel und Hausstaub gelangt er zum Menschen.
Im Verlauf kommt es zu Fieber, Kopf und Gliederschmerzen Blutdruckabfall, Blutungen und Schockzuständen. Je nach Typ liegt die Letalität bei 15- bis über 50 %.
2. Ebola
Das Ebola-Virus kann in fünf verschiedenen Typen auftreten, die nach Ländern und Regionen in Afrika benannt wurden: Zaire, Sudan, Tai Forest, Bundibugyo, Reston. Es infizierte während einer Ebola-Epidemie 2013 auch Menschen in Guinea, Sierra Leone und Liberia.
Forscher glauben, dass Flughunde das Virus von Zaire in die Städte brachten. Es kommt zu massivem hämorrhagischen Fieberschüben, die über den ganzen Körper verteilt die kapillaren Blutgefäße zerstören und zu tödlichem Blutverlust führt. Die Zaire-Variante ist mit bis zu 90% Sterblichkeit die Gefährlichste.
1. Marburg-Fieber
Das Marburg-Virus ist als Variante der Filoviren eine sehr ähnliche Erkrankung wie Ebola. Es wurde erstmals bei einem Patienten in Marburg an der Lahn im Jahr 1967 bei einem Reisenden festgestellt. Hauptverbreitungsgebiet ist Angola, Kenia und vermutlich Simbabwe. Auch hier, wie bei Ebola, sind Flughunde und Fledermausarten für die Verbreitung verantwortlich. Durch den Kontakt zu diesen Wildtieren gelangt es zu den Menschen. Es kommt, wie bei Ebola, zu schweren hämorrhagischen Zuständen.
Die schnelle Schädigung des Wirtes durch Marburg und auch Ebola deutet darauf hin, dass der Erreger noch nicht an den Menschen angepasst ist, da es den Wirt zu schnell tötet und dadurch selbstlimitierend wirkt. Die Sterblichkeit, die mindestens bei 23% liegt, kann ohne sofortige intensivmedizinische Betreuung auch bis zu 100% betragen.
