„Gefährlichste Frucht der Welt“? Warum ein Influencer vor Bananen warnt

Einem Influencer zufolge sollte man Bananen auf keinen Fall essen, in einem Video bezeichnet er sie sogar als „gefährlichste Frucht“. Was ist dran an der Behauptung?
„Gefährlichste Frucht der Welt“? Warum ein Influencer vor Bananen warnt
iStock / Hazal Ak

Wer einen Supermarkt betritt, sieht dort fast als erstes ganz automatisch Bananen. Das liegt daran, dass die längliche, gekrümmte Frucht mit ihrer strahlend gelben Farbe schnell heraussticht. Darüber hinaus handelt es sich um ein ausgesprochen beliebtes Obst, das weltweit sogar die am meisten gehandelte Frucht überhaupt ist. In Deutschland liegt die Banane im Beliebtheitsranking aller Obstsorten auf Platz 2, direkt hinter Äpfeln.

Das liegt an ihrem süßen Geschmack, aber auch guten Nährstoffen wie Kalium, Magnesium und Vitamin B6. Es gibt allerdings auch einige Eigenschaften der Banane, die dazu führen, dass man von einem übermäßigen Verzehr eher absehen sollte. Dr. Daniel Pompa, Chiropraktiker und Autor von Büchern wie „Beyond Fasting“, zufolge gibt es aber noch einen viel wichtigeren Grund, weshalb man sich vor der Banane in Acht nehmen sollte.

Bananen im Supermarkt
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Inwiefern soll die Banane die „gefährlichste Frucht“ sein?

Dr. Pompa zufolge sollte man sogar überhaupt keine Bananen essen. Den Grund dafür erklärt er unter anderem seinen knapp zwei Millionen Followerinnen und Followern bei Instagram in einem Video. Dieses beginnt direkt mit den Worten: „Ich glaube, das ist die gefährlichste Frucht, die wir essen können“. Der Autor äußert zudem in seinem Video, dass er die gesundheitlichen Vorteile der Obstsorte nicht nachvollziehen könne, weshalb es für ihn unverständlich sei, dass Bananen so viel in Smoothies landen und auch so viele Eltern ihren Kindern die Frucht zu essen geben würden.

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Als Grund für seine Warnung gibt Dr. Pompa an, dass Bananen „mit Fungizid beladen“ seien. Zudem würden die Früchte mit Ethylen „besprüht“, um ihr Wachstum zu fördern. Beide Stoffe sollen beim Verzehr im Körper landen und unter anderem wichtige Mikroorganismen zerstören. Dem Chiropraktiker zufolge sollen deshalb vor allem Menschen mit Entzündungen oder Arthritis die Finger von dem Obst lassen; in diesem Zusammenhang erwähnt er auch einen Zucker namens Amylose. Doch wie genau sind diese Aussagen einzuordnen?

Bananen am Baum
iStock / Adam Smigielski

Pestizide sind ein Problem bei Bananen, aber vor allem beim Anbau

Fungizide, also Pflanzenschutzmittel vor Pilzen, werden in der Landwirtschaft tatsächlich vielfach eingesetzt. Dabei gelten etwa in der EU strenge Vorgaben für den Einsatz, da die Mittel bei unsachgemäßer Anwendung Gewässer, Böden und auch die Biodiversität negativ beeinflussen können. Ein Problem ist aber, dass Bananen oft auch aus Ländern außerhalb der EU eingeführt werden, wo etwa das hierzulande verbotene Fungizid Mancozeb noch verwendet werden darf.

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Das Mittel wurde von der EU als fortpflanzungsgefährdend eingestuft und in Verbindung mit Schilddrüsenkrebs gebracht. Jedoch ist es beim Verzehr von Bananen unter anderem der „Tagesschau“ zufolge nicht gefährlich, da höchstens minimale Rückstände auf der Schale zurückbleiben. Allerdings sollte man sich bewusst machen, dass Mancozeb in den Regionen, in denen es eingesetzt wird, schlimme Umwelt- und teilweise auch Gesundheitsschäden verursacht. Wer das vermeiden möchte, sollte auf Bio-Bananen setzen und gegebenenfalls auch auf ein Fairtrade-Siegel achten.

Frau schneidet Banane
iStock / Miljan Živković

Bananen sollte man wie alles andere in Maßen genießen

Bei Ethylen handelt es sich wiederum um ein natürlich vorkommendes Pflanzenhormon, das in der Landwirtschaft zum Einsatz kommt, um die noch grün geernteten Bananen punktgenau für den Verkauf im Supermarkt reifen zu lassen. Übrigens kommt das Hormon natürlicherweise auch in Bananen vor und sorgt unter anderem dafür, dass sie teilweise so schnell braun werden. Wenn überhaupt, dann hat das den Effekt, dass man das Obst nicht mit nachreifenden Früchten wie Äpfeln, Aprikosen, Tomaten oder Pfirsichen lagern sollte, da diese dann ebenfalls schneller verderben, wie etwa „Öko-Test“ erklärt. Für Menschen ist das Hormon allerdings nicht gefährlich, vor allem nicht in verzehrsüblichen Mengen.

Amylose ist hingegen einer der beiden Hauptbestandteile von pflanzlicher Stärke. Es handelt sich chemisch gesehen um ein Polysaccharid, also um Vielfachzucker. Je grüner eine Banane ist, desto mehr schwer verdauliche (resistente) Stärke enthält sie, die reich an Amylose ist. Beim Reifen wird diese zunehmend in einfachen und somit verdaulichen Zucker umgewandelt. Gefährlich für den Menschen ist aber auch das nicht. Stattdessen gilt Amylose sogar als gesund und präbiotisch im Darm.

Allerdings sollte man auch hier, wie bei vielen anderen Stoffen, nicht übertreiben, sonst riskiert man Blähungen und auch ein zu hoher Zuckerkonsum ist nicht förderlich. Wer die Frucht aber in normalem Maße genießt, hat nichts zu befürchten.